Yanderin Roderick/Pugio Sanguines
Pugio Sanguines ist der Name des von Yanderin Roderick im Rahmen seiner Erzmagierarbeit Methodes Sanguines geschaffenen Dolches.
Diese Analyse wurde von Estrella Andrade vorgenommen.
Analyse
Auf den ersten Blick erscheint an der kaum spannlangen Waffe nicht viel ungewöhnliches: Gänzlich aus Silber geformt geht die beidseitig geschliffene Klinge fast direkt in den Griff über. Ganz offenbar wurde keinerlei anderes Material verwendet, was die tägliche Verwendung wahrscheinlich erschwert - auch wenn vorteilhafterweise Blut oder ähnliches einfach abgewaschen werden kann ohne dabei Stoff oder Leder zu durchweichen.
Eine Verzierung findet sich nicht, auch nach Runen oder anderen mythischen Hinweisen würde man vergeblich suchen und so präsentiert sich die Waffe so einfach wie nur möglich ohne sich mit irgendeiner Art von Spielerei zu belasten.
Dennoch wurde das Metall offenkundig von einer kundigen Hand in diese Form gebracht, Unebenheiten oder Fehler in der Verarbeitung lassen sich nicht ausmachen.
Deutlich interessanter wird hingegen der Blick mit den Augen eines Magiers: Auf den ersten Blick kann zwischen insgesamt drei miteinander verbundenen Matrices unterschieden werden. Dabei finden sich zwei vergleichsweise simple Muster an den Enden der spindelförmig angeordnete Fäden des komplexen dritten Zaubers - Offenbar stellt dieser das Zentrum dar.
Die beiden peripheren Muster berühren einander nicht und stellen in ihrer Ausrichtung die astrale Umsetzung der Dolchform dar:
Muster 1 befindet sich im Griff und dringt bis fast zur Fehlschärfe zu, verbindet sich dort mit der deutlich komplexeren Matrix von Muster 2. Jene wiederum geht etwa bei der Mitte der Klinge in Muster 3 über, welches an der Spitze der Waffe endet.
Muster 1 und Muster 3 ähneln sich durchaus, ihr Grundaufbau scheint identisch, wenn sich auch in Details Unterschiede ausmachen lassen, die Richtung verlaufender Fäden deutet darauf hin, dass beide Muster geeignet sind um Kraft weiterzugeben - eine Speicherungsmöglichkeit findet sich indes nicht.
Tatsächlich wirken sowohl Muster 1 als auch Muster 3 unvollständig, höchstwahrscheinlich Metazauber, die nur im Rahmen des verbindenen Musters 2 auch wirken.
Offenkundiger Schluss: Sowohl Muster 1 als auch Muster 3 nehmen irgendwoher Kraft entgegen und leiten sie weiter. Muster 3 wohl an den komplexen Zauber in der Mitte, Muster 1 hingegen wahrscheinlich an den Träger des Dolches.
Muster 2 offenbart destruktive Matrices, die eine gewisse Ähnlichkeit zur Entzauberungsmagie aufweisen, zugleich finden sich deutliche Anlehnungen an den als Manaraub bekannten Zauber. Zugleich erscheinen die Muster völlig sinnlos - es soll offenbar versucht werden eingesetzte Energie wiederum in Energie zu konvertieren, was selbst bei einem Erfolg nur zu Verlust eingesetzter Kraft führen sollte.
Wenngleich das Ziel: Astrale Kraft, offenbar erscheint, so bleibt doch die Frage der Ursprungsenergie ungeklärt, entfernt elementare Winkelungen lassen sich ausmachen, ergeben aber nur einen Sinn, wenn man der sechselementaren Sichtweise folgt - sie deuten auf Humus oder Blut hin.
Verfolgt man diesen Ansatz weiter, stößt man nur zu rasch auf eine scharfe Unterbrechung der Linien - genau dort, wo eigentlich ein weiterer Knoten erwartet werden sollte fehlt dieser - und die Linie setzt sich zusammenhanglos ein Stück weiter fort, als wäre ein Stück schlicht herausgeschnitten worden.
Dadurch aufmerksam geworden finden sich ähnliche Effekte auch an anderen Stellen wieder und die bislang unvollständig erscheinenden Matrices von Muster 1 und Muster 3 werden durch solch fehlende Linien "angebunden" - zumindest ein Eindruck, der erweckt wird.
Eine Erklärung für diese Unterbrechungen findet sich im Augenblick nur schwer, vor allem, da sie völlig ungewöhnlich sind und dem normal harmonisch geschlossenen Gesamtkreis gewobener Zauber entgegenstehen. Zudem machen auch diese Muster keineswegs den Eindruck hier ausbrechen zu wollen, so dass die fehlenden Bruchstücke eher den Eindruck eines Unfalls oder ungewollten Eingriffs machen. Fraglich bliebe natürlich auch hier welche Form von Zauber für derart verstümmelte Strukturen verantwortlich ist ..
Wendet man den Blick jedoch ersteinmal von diesem Rätsel ab, dann gelangt die Aufmerksamkeit zu deutlichen Speicherstrukturen, typisch in den spiralförmig eingewundenen Fäden - einmal etwas, was völlig unproblematisch zu identifizieren ist. Die Anbindung an Muster 1 und Muster 3 macht damit eine Zielrichtung klar: Durch Muster 3 aufgenommene Energie, wird in Muster 2 konvertiert und in den Speicherstrukturen aufbewahrt um letztlich an Muster 1 weitergeleitet zu werden.
Interessant sind an dieser Stelle eigentlich nur die sauber umschachtelten Matrices an der Peripherie der Speicherstrukturen, die ein "Überladen" wohl verhindern sollen - bis zu einem gewissen Punkt werden durch Nutzung überschüssiger Kraft neue Speicher angelegt um wohl letztlich eine direkte Weiterleitung zu Muster 1 zu etablieren. Höchstwahrscheinlich können diese Speicherstrukturen auch wieder aufgelöst werden - die aktuelle Grösse des Knotens würde im Rückschluss darauf hindeuten, dass einige Energie in der Waffe vorhanden ist.
Mehr an Erkenntnissen würde sich vielleicht gewinnen lassen, wenn man die Zauber einmal aktiv beobachten könnte, was - den Worten des Erzmagiers folgend - aber wohl zwingend Blut erfordern wird.

