Yanderin Roderick/Methodes Sanguines/Zweiter Zauber

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Methodes Sanguines
Überblick ·

Vorwort · Einführung · Vorstellung des ersten Zaubers · Zwischenbetrachtung · Vorstellung des zweiten Zaubers ·

Fazit

Inhaltsverzeichnis

Vorbetrachtung

Die Anforderung für die Erzmagierprüfung beinhaltet auch die theoretische Vorstellung zweier selbst entwickelter Zauberthesen - und dem logischen Aufbau dieser Arbeit folgend, findet sich hier zum zweiten Mal eine in einen ausgearbeitenen Zauber übergehende Konkretisierung der getroffenen Überlegungen.

Erste Überlegungen

Moralisch sicherlich höchst bedenklich - solche Furcht soll jedoch den Forschergeist nicht zurückhalten.

Erste Versuche offenbarten fast augenblicklich, daß der vordem ausgearbeitete Zauber wohl seine eigene spezifischeWirkung zu entfalten vermochte, sich jedoch bei der Anwendung einzig und allein auf den Zaubernden selbst bezog und damit eine Fremdquelle ausschloß.

Dieses Problem zu überwinden sollte auf verschiedene Weise möglich sein:

Ad Primo könnte einfach versucht werden eine zusätzliche Aurafixierung im Sinne eines Kampfzauber zu implementieren - ein entsprechend schmerzhaftes Herausreißen der fremden Lebenskraft, die jedoch - im Gegensatz zu herkömmlichen Canti der Kämpfenden Magie, speziell sei hier auf den An Mani verwiesen, - die Lebenskraft auch festhalten muß.

Eben an dieser Stelle muß auch ein Scheitern des Ansatzes eingestanden werden, trotz größterAnstrengung war es nicht möglich die gewünschten Modifikationen herbeizuführen.

Ad Secundo könnte versucht werden den Raub der Lebenskraft über ein vorbereitetes Medium ablaufen zu lassen. Der Gedanke zur Fokusbildung der gebildeten Matrices in ein vorbereitetes Gefäß hinein, offenbart einige subtile Vorteile gegenüber der vergleichsweise rohen Vorgehensweise bei Ansatz 1 und stellte im weiteren Verlauf tatsächlich eine gangbare Variante dar.

An dieser Stelle sämtliche Grundlagen zur Artefaktmagie aufzurollen hieße den Rahmen dieser Arbeit zu sprengen, den Interessierten bitte ich entweder um Nachforschungen von Arcomaga Anathena Jesliwa oder einige Geduld - in Kürze werde ich mich auch dieser Thematik eingehender widmen. Fragen können in jedem Falle auch jetzt gern an die meine Person herangetragen werden.

Aber zur Sache.

Die Bindung eines Zaubers in ein aufnahmefähiges Gefäß erzeugt ein sogenanntes Artefakt, welches zumeist in deutlicher Weise denn Sinn und Zweck der gespeicherten Matrices wiederspiegelt. Jeder hat sicherlich schon von magischen Spiegeln, ewig brennenden Laternen oder auch sagenhaften Zauberrüstungen gehört - in gewisser Weise kann sogar die allseits bekannte Drachenlederrüstung als Artefakt angesehen werden. Dies natürlich nur, wenn man die Definitionen Jesliwa etwas großzügig auslegt ..

In diesem Falle galt der erste Versuch einer Bindung des besprochenen Rel Mani Ort wie gefordert in das Gefäß einbinden, ein anschließender Feldversuch offenbarte jedoch eine Wirkung, die wohl interessant erscheinen mag, die gewünschte Anforderung jedoch nicht erfüllt:

Eine durch die Silberklinge geschlagene Wunde wird augenblicklich durch die freiwerdenden astralen Energien wieder geheilt - der Grund darin mag in dem dringenden Wunsch des Opfers von Befreiung des Schmerzes liegen und wendet sich damit sekundär auch gegen den Magier - eine Tendenz, die die gezielte Nutzung nicht nur völlig unmöglich, sondern auch gefährlich macht - ein Fehlschlag auf halber Linie.

An dieser Stelle galt es also das Problem zu benennen, einzugrenzen und schließlich auszumerzen - die erfahrenen Collegae mögen eine Möglichkeit fast augenblicklich erkennen. Erfolg war dem Zauber im Versuch beschieden die Lebenskraft eines willigen oder unwilligen Opfers zu rauben und in astrale Kraft umzuwandeln. Der Fehlschlag fand sich in der Unmöglichkeit die freiwerdende astrale Kraft festzuhalten und einzig für die Zwecke des Zaubernden einzusetzen.

Es bieten sich daher genau drei Möglichkeiten:

Ad Primo ist es möglich ein williges Opfer zu suchen, oder eines, das zur Gegenwehr unfähig ist.

Ad Secundo ist es möglich eine tödliche Wunde zu verursachen und zu hoffen, daß der Schock dem Opfer keine Gelegenheit zu intuitiver Selbstheilung läßt.

Ad Tertio ist es möglich den Zauber Rel Mani Ort dahingehend zu modifizieren, daß der kraftsammelnde Aspekt betont wird. Davon ausgehend bietet sich die Möglichkeit nicht den Zauber selbst zu verändern, sondern der Bindung in das Gefäß noch eine Kompenente hinzuzufügen.

Tatsächlich werde ich im weiteren diesen dritten Ansatz verfolgen - in meinen Augen die einzige Variante, die einen anspruchsvollen Forscher zufriedenstellen kann. Eine Modifikation des Rel Mani Ort erwies sich in meinen Augen gleichsam als ungenügend - der vorhandene Zauber sollte ohne Veränderung verwendbar sein und damit eventuell als Vorläufer für andere einzubindene Canti dienen.

Der Schluß zu einem kleinen Hilfszauber lag also nah und präsentierte sich erfolgversprechend: Es genügte eine kleine Matrix rund um die bestehenden Linien zu weben, die schlicht und einfach eine Flucht der Kraft verhindern würde.

Wahl der Worte der Macht

Die gestellte Aufgabe würde keinen Adepten überfordern: Bezugnehmend auf die Ausarbeitung von Arcomaga Aranae zur Thematik "Meditation und astraler Fluß" läßt sich der Strom der Kraft durch An Ex ergibt in Summa ein An Ex Ort Por - Beschränke die Freiheit des astralen Flußes.

Wahl der Paraphernalia

In Hinblick auf die gewünschte Wirkung innerhalb des Artefakts kann im ersten Blick die Alraune als Kraftspender ausgeschlossen werden, auch die Schwefelasche wird mit Sicherheit nicht bemüht. Blutmoos und Spinnenseide bieten sich wegen der hier strikt geforderten Fixierung auf einen bestimmten Ort und Energiespeicherung zwingend an, auf die heilende Kraft des Ginsengs kann dagegen ebenso wie auf die bannende Kraft des Knoblauchs verzichtet werden. Den Nachtschatten mag man in Zusammenhang mit der Schwarzperle in Betracht ziehen - ich erspare mir an dieser Stelle eine explizite Erläuterung der jeweiligen Wirkung - aber in Hinblick auf das Ziel des Zaubers wird der reinen Kraftspeicherung vor jeglicher Abweichung der Vorrang gegeben.

Somit bleiben aus der Auswahl von acht Paraphernaliae deren zwei über: Blutmoos und Spinnenseide.

Wirkungsbetrachtung

Wie die einfache Struktur des Zauber für diesen angepaßten Zweck vermuten läßt, ist die Handhabung selbst für einen Adepten keine Herausforderung. Die Fixierung auf das vorbereitete Artefakt und die Kombination mit dem einzubindenen Cantus und dem Einlagerungszauber selbst erlauben hier keine Schwierigkeiten.

Die Wirkung zeigt sich wie erwünscht: Die geraubte Lebenskraft wird fest eingeschlossen und kann nicht länger vom Opfer genutzt werden um versus den Magier gewendet zu werden.

Allerdings offenbart sich an dieser Stelle ein Problem, daß bis dato belanglos, da nicht vorhanden war, durch den gewählten Zauber aber herbeigezwungen wird.

Die geraubte Lebenskraft, umgewandelt in astrale Kraft, ist in die Waffe gebunden - und zwar in einer Weise, die es auch dem Magier nicht erlaubt auf sie Zugriff zu nehmen. Das ist sicherlich nicht unbedingt das, was gewünscht war - diverse Experimente rund um geringfügige Modifikationen des Zaubers in Bezug auf die Wahl der Worte der Macht und die gewählten Paraphernaliae hinterließen jedoch höchst ungewollte Effekte und brachten den Eindruck nahe, daß besser geholfen sei, wenn ein weiterer Cantus in das Spiel gebracht werden würde - faktisch ein "Schloß" um die Kraft abzusperren und ein Schlüssel um sie wieder freizusetzen.

Die Mantren präsentieren sich geradezu intuitiv - es ist einfach nur nötig die Wirkung des Schloßes aufzuheben. Ein An Ort wäre dazu sicherlich in der Lage, würde jedoch so plump wie eine stumpfe Axt wirken, es wird an dieser Stelle vorgezogen das filigranere Gegenteil anzusprechen: In Ex Ort Por, so könnte man vermeinen - eine Konstruktion, die um nichts komplexer ist, als ihr Gegenstück. Auch ein simples In Ex könnte den Zweck erfüllen - im Sinne eines harmonischen Gefüges wird jedoch der Konstruktion In Ex Ort Por der Vorzug gegeben.

Die Wahl der Worte der Macht zeigt sich nur in der Wahl des In als überdenkbar, schlußendlich wird hier jedoch die Freiheit nicht herbeigerufen (Kal) sondern tatsächlich und offensichtlich erzeugt (In).

Der formalen Logik der Negation folgend kann bei den Paraphernaliae ähnlich vorgegangen werden, das Blutmoos wird durch die Schwarzperle ersetzt und kann in Verbindung mit der Spinnenseide, welche hier unabdingbar für die Lokationsfixierung auf den Zaubernden steht, die gewünschte Wirkung herbeirufen - bei weitem keine Herausforderung.

Interessanter zeigt sich da schon die geforderte Einbindung in das Metall, im Zuge der Einlagerung sollten sich noch spezifische Problematiken auftun, die jedoch mit der besprochenen Thematik nur peripher zu tun haben.

Schlußendlich bleibt die befriedigende Beobachtung, daß nach Ausschaltung aller Problemstellungen die gewünschte Wirkung endlich verfügbar ist.

Das Blut des Opfers wird vergossen und direkt in astrale Kraft umgewandelt, es folgt die anschließende Bindung in die Waffe hinein. Letztlich bedarf es nur noch der Auslösung des Schlüsselzaubers und die gespeicherte Kraft wird an den Zaubernden weitergegeben..

Feinschliff und Zusammenfassung

Im Rückblick auf die angesetzten Theorien und experimentell bestätigte oder verworfene Thesen, wird es nun Zeit für eine Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse.

An dieser Stelle wird es auch nötig einen Vulgärnamen für die Verknüpfung von Worten der Macht zu setzen.

Ich eröffne daher wie folgt:


Es wurde nach einem Zauber gesucht, der die freiwerdende astrale Kraft in die Waffe einbindet. Zugleich ergab sich die Notwendigkeit einen Zauber zu kreieren, der die gespeicherte astrale Kraft an den Zauberwirker weitergibt.

  • Vulgärname: Schloßzauber
  • Mantren: An Ex Ort Por
  • Paraphernaliae: Blutmoos, Spinnenseide
  • Eingesetzte Zauberkraft: Gering
  • Zirkeleinordnung: 2. Zirkel
  • Vulgärname: Schlüsselzauber
  • Mantren: In Ex Ort Por
  • Paraphernaliae: Blutmoos, Schwarzperle
  • Eingesetzte Zauberkraft: Sehr Gering
  • Zirkeleinordnung: 1. Zirkel

Auf den Artefaktzauber, der zur Einbindung in einen Gegenstand nötig ist, möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, nähere Thesen und Beobachtungen finden sich beispielsweise in der Arbeit von Arcomaga Anathena Jesliwa.

Resumé

Letztlich bleibt anzumerken, daß der gewählte Ansatz unter einigen Schwierigkeiten doch zu realisieren war. Damit eröffnet sich natürlich ein Spektrum an Möglichkeiten - erstmals rücken die mächtigen Rituale der Vorzeit wieder in greifbare Nähe, denn die Speicherung von Kraft an sich bietet ein ungeheures Potential - freilich auch einige Nebenwirkungen. Darauf einzugehen ist an dieser Stelle jedoch müßig, es bleibt festzustellen, daß durch die Forschungen und die dabei gesammelten Erkenntnisse die alten Methodes Sanguines wieder in greifbare Nähe gerückt sind - bereit von verantwortungsvollen Händen genutzt zu werden.

Für weitergehende Fragen zu der Thematik stehe ich gern zur Verfügung.

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