Charakter-Datenbank
Gor'gorror
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Serverdaten Rasse: Ork |
Inhaltsverzeichnis |
| Titel | Drasdechbozz |
|---|---|
| Geschlecht | Männlich |
| Größe | 2.23m |
| Fellfarbe | Von Russ geschwärztes Dunkelgrün |
| Augenfarbe | Gelbgrün |
| Statur | Fett |
| Volk | Ork |
| Stamm | Trunzhai |
| Berufung | Meisterschmied, Kriegsmaschinenerfinder und unglaublicher Fresssack |
Motto:Wänn jädär fiertä auf där Wält ainä Waffäh hat, ist nua die Fragäh: Wie makkähn mik dazz alläh andärähn auck waffähn habän?
Charakterbeschreibung:
- Aussehen:
Jedwedes Lebewesen, welches in den Genuss kommt, diesen Ork mit Namen Gor'gorror zu Gesicht zu bekommen, werden zwei Sachen wahrscheinlich am ehesten auffallen: Seine Grösse und seine Beleibtheit. Selbst im Vergleich zu anderen Orks ist Gor'gorror von einer nicht zu verachtenden Grösse die 2.23 Metern misst. Allein diese Grösse würde ihn unter den Orks zu einen respektablen Gegner machen, wäre da nicht sein anderes unübersehbares Merkmal: Gor'gorror ist unglaublich Fett. Sicherlich sind die bei Orks so ausgeprägten Arm und Nackenmuskeln auch bei ihm stark ausgeprägt, doch ist sein massiger, einem Fass ähnlicher Bauch schlichtweg gigantisch. So mag es nicht verwundern, das seine kämpferische Geschicklichkeit äusserst beschränkt ist. Unter seinem breiten Kinn schwabbelt ein deutlich erkennbares zweites Kinn aus Fett, das vor allem beim Reden und Lachen fröhlich im Takt mit wackelt. Allgemein gesehen wirkt sein gesamtes Gesicht aufgedunsen und macht die tief in den Höhlen gelegenen schwarzen Augen noch kleiner als sie sowieso schon sind. Seine charakteristischen Orkhauer laufen Spitz zu und strahlen in einem lieblich ungepflegten gelb-braunen Ton. Die pechschwarzen und verfilzten Haare fallen ihm zu beiden Seiten der Schultern in wohl aus langeweile geflochtenen Zöpfen herab.
- Herkunft:
Gor'gorror ist ein Ork aus dem Stamm der Trunzhai, den es aus den Bergen des Orklandes in die Ebene getrieben hat. Die Frage nach dem Warum ist schwer zu beantworten, doch wird gemunkelt das er nicht alleine den Weg in die Ebenen des Orklandes auf sich genommen hat. Vorwiegend hält er sich in der Nähe eines selbst für einen Ork absolut Irren Schamanen auf, dessen Namen wohl Okko'rokko lautet, mehr ist vorerst nicht über ihn in Erfahrung zu bringen.
- Verhalten:
Auffallend ist, das Gor'gorror im Gegensatz zu vielen anderen Orks unglaublich bequem ist. Kein Wunder, wo er doch schon anfängt zu schwitzen wenn er mal zehn Minuten am Stück zu Fuss unterwegs ist. Auch scheint er wenig von den Auseinandersetzungen mit anderen Rassen zu wissen, was ihn möglicherweise etwas leichtgläubig wirken lässt. Das bedeutet jedoch nicht das es ihm egal wäre wenn vor ihm ein Elf entlangspazieren würde, denn die Geschichten über die garstigen wenngleich angeblich sehr schmackhaften Elfen krochen sogar bis an die Ohren der Trunzhai. Nun mag man denken das Gor'gorror ein ziemlich nutzloser Ork ist, der lieber frisst und faulenzt, doch dem ist nicht vollkommen so. Denn Gor'gorror hat eine seltene Begabung, er kann schmieden. Normalerweise ist es an schwächlichen und für den Kampf ungeeigneten Orks für den Nachschub an Waffen zu sorgen, doch Gor'gorror, der an und für sich alles andere als schwach ist, hat seine Begabung in der Fertigung von Waffen und Rüstungen gefunden, eine Fähigkeit die Stärke verlangt. So ist Gor'gorror der Ork zwar ein fauler, aber kein vollends nutzloser fetter Riese geworden.
Charaktergeschichte:
Der Anfang
- Zwei Orks auf einer Reise
Gor'gorror wäre am liebsten bei den Strohhütten geblieben, doch Okko'rokko hatte ihn schlichtweg überredet. Was war das doch für eine anstrengende Idee durch die Trampelpfade der Berge und den anschliessenden Höhlen ins Tal zu wandern "Zain bezza untän." Okko hatte gut reden, er war immerhin derjenige der unbedingt Schädel spalten wollte und Gedärme erkunden, sei es auf die eine oder andere Weise. Gor'gorror hatte kein Interesse an derlei Unsinn, das einzige an Gedärmen was ihn interessierte war wie sie schmeckten wenn man sie über Feuer gebrutzelt hatte. Und genau damit hatte Okko ihn auch gelockt "Untän viel Frezzän gebän!" Es hallte noch in seinem Gehör wieder. Doch mit jedem einzelnem Schritt den er tat, mit dem schweren Proviantrucksack auf den Schultern fragte er sich ob es das wirklich wert war. Immerhin reichten doch Bergziegen, der ein oder andere Goblin und das andere Getier vollkommen aus für ein gutes Süppchen. Naja, was sollte es schon, immerhin war der Weg zurück mindestens genauso beschwerlich wie den Weg den er jetzt schon getätigt hatte. Immerhin war er nicht allein, auch wenn Okko'rokko nicht der aller gesprächigste Weggefährte war. Im allgemeinen unterschieden sich die beiden Orks wie Tag und Nacht. Während Okko'rokko schlank und nicht allzu gross ist und dessen Bosheit und Agilität in Gors Augen manchmal fast beängstigend wirkt, ist Gor'gorror ein Riese. Doch nicht nur seine beachtliche Grösse ist auffallend, sondern auch seine unglaubliche Fettheit, gepaart mit den muskolösen Armen und Schultern eines Orks lassen ihn wie ein Monster erscheinen. Seine allgemeine Träg- und Faulheit machen ihn zum perfekten Gegenstück seines Reisepartners.
Die ersten Tage der Reise verliefen ohne grossartige Zwischenfälle, was kein Wunder war, immerhin waren sie noch auf dem Hoheitsgebiet der Trunzhai und die wenigen Dörfer die sie auf ihrer Reise streiften, waren durchweg freundlich gesinnt. Gor'gorror hatte hier einen besonderen Stein im Brett, denn er war einer der wenigen Orks die die Kunst der Waffenfertigung beherrschten. Für ein paar einfache Werkzeuge und Schwerter bekam er reichlich Proviant für den weiteren Weg, sowie einige Glitzersteine die so schön in der Sonne funkelten. Okko'rokko kümmerte sich nicht darum. In den Dörfern sorgte er nur dafür das die leichtgläubigen Orks vor ihm Angst hatten. Voll gepackt rückten sie nach dem dritten Dorf den Weg in Richtung der Höhlen an. Der Gang durch die Höhlen war der kürzeste Weg und auch ehrlich gesagt der einzige Weg den die beiden überhaupt kannten. Einige Tscharshai hatten bei einem Gelage von diesem Weg erzählt, also war es auch die einzig logische Route.
Der schwere Teil der Reise begann...
- Hunger im Tunnel
...
Der Gang durch die Tunnel war mehr als nervend, nicht nur das Gor'gorror dauernd die Fackel halten musste, nein auch die Decke war so niedrig das er sich schon mehrfach fast den Schädel eingeschlagen hätte. Dazu schienen diese ganzen Stalaktiten es sich gegen ihn verschworen zu haben, dessen war er sich sicher. Wie reissende Zähne eines Bergtigers versuchten sie ihn aufzuhalten und wohl möglich aufzuschlitzen, wohin er auch gehen wollte. Okko'rokko hatte gut lachen, der fast schon ekelhaft graziös wirkende Ork hatte es leicht sich in den Höhlen zurecht zu finden. Flink huschte er von der einen in die andere Ecke, wahrscheinlich wohl wissend das die garstigen Fledermäuse sich an der Höhlendecke davon machten, eben dort wo sich Gor'gorrors Kopf ständig befand. Die unzähligen Kratzer in seinem Gesicht nervten ihn jedoch weniger als das diese Viecher einfach nur ekelhaft schmeckten. Diese Tatsache fiel ihm auf als wieder einer der diversen Schwärme um seinen Kopf herumglitten und er, hungrig wie immer, eines dieser Flugwesen im schweben aus der Luft gebissen hatte. Sie schmeckten irgendwie metallisch und alles im allen unangenehm. Eine Tatsache die Gor'gorror nur selten störte, doch hier tat sie es. Ein seufzen entfuhr ihm. Was wäre es doch nur für ein Genuss einen unvorsichtigen Goblin zu erhaschen und in seinem Töpfchen zu einem leckeren Gulasch zu verarbeiten. Das ganze verfeinert mit etwas Gras, dem ein oder anderem Ziegengedärm mit ein paar Echsenschwänzchen gewürzt und dazu ein kräftiger Blutsud.
Okko'rokko machte ein seltsames Gesicht als Gor'gorror sich sabbernd den Bauch rieb. Schuldbewusst brummte der ertappte "Habään Hungär!" der drahtige Ork schnaubte für seine Grösse beachtlich "Dhu habän schon widdär Hunga? Harch nub zu glubään" kopfschüttelnd stapfte er voran. Gor'gorror zuckte mit den Schultern und trottete wie so üblich hinterher. Überraschenderweise war die Reise bis zu diesem Zeitpunkt ereignislos geblieben. Von den vorhergesagten Wölfchen und anderen Höhlenbewohnern war bis auf die fliegenden Ratten nichts zu sehen. Eigentlich enttäuschend, immerhin hatte er gehört das Wolfsfleisch köstlich sein soll, und aus den Zähnen hätte auch bestimmt die ein oder andere Kette gefertigt werden können, er war ja nicht umsonst ein Drasdech. Mal abgesehen davon war ihm schlichtweg langweilig. Am liebsten hätte er sich an eine der Wände gelehnt und ein paar Stunden geschlummert, oder die Vorräte inspiziert. Ein schmunzeln rann über sein Gesicht, das wäre eine vortreffliche Idee. Übertrieben unauffällig tastete er in den Proviantbeutel als Okko'rokkos Stab schmerzhaft seine Hand massierte. "Nub ainmal dran dänkän, Glob!" die an dem Stab befestigten Schädel klapperten um die Wette als Gor'gorror sich jammernd die Hand rieb. "Wia braukään daz noch!" Hektisch wirbelte der Schläger wieder herum und stolzierte weiter die Tunnel hinab. Gor'gorror brummte derweil vor sich hin. Gut das Okko nicht wusste das er seinen angeblichen Ritualstab nicht nur einmal als Rührstab für seine berühmte Blutsudsuppe missbraucht hatte, Gor' schmunzelte.
- Zur unheimlichsten Spalte (by Okko'rokko)
Der riesige Fressapparat Gor'gorros wirkte beängstigend und schindete zugleich Eindruck. Wahrscheinlich bestärkte sich dieser, stünde man allem voran -vorzugsweise einer schlabbrigen dünnen Suppe und einer knusprigen Beilage- und wartete darauf den riesigen Lappen von Zunge im Mund von innen zu erblicken; als Appetithäppchen. Begannen die fleischigen Lippen Gor'gorros sich über die fettigen Keulen zu stülpen und das Saftige mit einem schlürfenden Geräusch vom Knochen zu lösen, mochte man nicht darüber nachdenken, zu welchen Schandtaten der riesige Schlund in der Lage gewesen wäre, hätte man ihn nicht zum Freund.
Okko'rokko betrachtete das Ganze immer wieder von Neuem mit Faszination und Ehrfurcht. Die giftgrünen Iriden der gelb gesprenkelten Augäpfel engten die Pupillen zu kleinen Schlitzen ein. Diese folgten dann jeder einzelnen Regung, die sein Gegenüber beim Essen tätigte und schauten wachend über jeden Happen, der in Gor'gorrors Wanst verschwand. Denn man wollte sicherlich alles, nur nicht durch den plötzlich überhand nehmenden Genuss des gigantischen Drasdech selbst versehentlich als zerriebener Brei enden. Eins musste man Gor'gorror jedoch lassen. Er bereitete ausgezeichnete Mahlzeiten zu, die selbst jedes noch so winzig klein verarbeitete Rattenhaar zur vollen Geltung brachten und selbst ihm, der Garstigkeit in Person, ein gutes über die grünen Lippen scheuchte.
"Yub, yub. Schmeckhän gar nub schlähcht. Bhainchen hia, Bhainchen da...Bhainchen Tralala, Hähä."
Nachdem Okko' selbst hier und dort einige Happen zu sich nahm, streckte er seine knochigen Hände dem lodernden Feuer entgegen und spreizte die griefenden Finger von den Handflächen ab, als wollte er nach etwas greifen. Die Flammen anhimmelnd und sein schmatzendes Umfeld durch bloße Ignoranz in die hinterste Ecke seiner Aufmerksamkeit stellend, griff er mit einer Pranke nach seinen "Oggas" und warf einen Blick auf die vielzahl der Spalten und Tunnel, die sie umgaben.
"Makhän nub Gedhankän um rhichtighän Weg. Oggas zhaigen uns!"
Die "Oggas" waren drei runde Obsidian, die laut Okko'Rokkos Auffassung etwas ganz Besonderes waren. In Kombination mit seinen angeblich hellseherischen Fähigkeiten und dem Glauben, dass irgendwelche guten Geister es grundsätzlich gut mit ihm meinen mussten, waren die Steine wegweisend. Dabei war die Prozedur, sie richtig zu benutzen, immer die Gleiche. Er warf die Steine in die Luft, interpretierte aus ihrer Rundheit heraus, wo sie denn hinzeigen könnten und entschied sich dann je nach Lust und Laune, ob er sie nochmal warf, um ein besseres Ergebnis zu bekommen oder sich direkt ins Unheil stürzte.
Als die Steine hoch in die Luft warf und sie zu Boden purzelten, fiel die Entscheidung ungewöhnlicher Weise nicht sonderlich schwer. Allesamt lagen dicht beieinander und das nahezu in einer Linie, aus der man hätte ansatzweise lesen können, dass sie zu dem dunkelsten und unheimlichsten Spalt führten den man hätte passieren können.
Hastig nickend und sich alle sieben Sachen schnappend sprang der dürre Ork auf und wies den Weg. Wahrscheinlich spielte die Angst beim Fall der Steine eine Rolle und trieb den Willen, seine Gedanken in die Welt zu zerren, voran. Denn so eine eindeutige Anordnung der Steine hatte er noch nie gehabt. Diesmal schien er Magie gewirkt zu haben, auch wenn er nicht wusste wodurch, nahm er es dankend entgegen. Doch ob es zum Vorteil der beiden geschehen sollte, war ungewiss.
"Müsshän hia enthlang. Oggas habhän so gesaght!"
- Warum Mojosteine einen Handwerker schwitzen lassen
Er schwitzte so sehr das man denken könnte er wäre soeben durch einen Wasserfall gerannt, dabei tat er nichts anderes als um sein jämmerliches Leben zu rennen. Okko hatte es mal wieder geschafft, seine Weissagerfähigkeiten dümpelten auf einem Nullpunkt und hatte die beiden ungleichen Gefährten genau zum Schlafplatz eines Säbelzahntigers. Das allein wäre ja nicht schlimm gewesen, doch war das Problem das dieses kuschelige Höhlenwesen nicht nur anwesend, sondern auch noch hellwach war. Zu allem Überfluss war es auch noch verdammt hungrig und Gor'gorror sah für ihn wahrscheinlich wie ein riesengrosser Fleischhappen aus. Okko wurde wahrscheinlich als Beilage angesehen, darüber machte sich Gor'gorror jedoch keine Gedanken als er fast augenblicklich kehrt machte und in einem (für ihn) unglaublichen Tempo in den nächsten Seitentunnel verschwand. Keine 3 Sekunden später überholte ihn der nicht weniger gehetzt wirkende Okko'rokko, der so schnell rannte, das man hätte meinen können das er mit den Beinen kaum den Boden berührte.
Das grollen der Kreatur tönte durch das Höhlensystem, als es zur Verfolgung ansetzte und schon bald hörte man das unangenehme Kratzen von Krallen die Halt auf dem felsigen Unterboden suchten. Es bestand kein Zweifel das die Bestie nur kurz hinter ihm war, was Gor'gorror zu echten Höchstleistungen antrieb, wahrscheinlich stellte der fette Ork gerade einen Weltrekord im 100 Meter auf, nur schade das es keiner sehen konnte, vor allem nicht Okko, der schon längst wieder um die nächste Ecke gehechtet ist. Gor'gorror rannte hinterher. Schon spürte er den heissen Atem der Kreatur hinter sich. Ein grässliches Kratzen war plötzlich zu hören. Das darauf folgende aggressive Fauchen verschwand für Gor'gorror als er um die nächste Ecke huschte, immer weiter dem flüchtenden Okko'rokko hinterher. Anscheinend hatte das Mistvieh Gor'gorrors eiserne Keule erwischt die er immer auf seinem Rücken herum trägt. Mit etwas Glück hatte es sich eine Kralle abgerissen, doch darauf wollte er sich nicht verlassen. Hastig rannte er weiter hinter Okko her, bis sie nach einigen Minuten vollkommen erschöpft an eine Wand gepresst halt machten.
Der Verfolger hatte sie verloren, jedenfalls hofften sie das. Gor'gorror hatte sich vor Anstrengung als aller erstes an der Felswand übergeben, und die zuvor noch mit Genuss vertilgten Vorräte schwammen in einer Säurelache eine leichte Schräge herab, möglicherweise erkannte man noch den ein oder anderen unverdauten Speiserückstand. Okko fand das ganze anscheinend schwer amüsant, während Gor'gorror wild fluchend und schimpfend deutlich machte das er nicht mehr auf die verfluchten Mojosteine hören wolle...... "Verfluchtäää Mojostainä!!" er nickte fest und stopfte sich einen Laib Brot in den Mund, Zeit seinen Bauch wieder zu füllen.
- Vom Berg ins Tal
Seine Keule hatte ihm tatsächlich das Leben gerettet. Die dämliche `Langzaankatzä´, wie Gor´gorror sie nannte, hatte einige deutliche Kratzspuren in dem Metall hinterlassen, sogar eine der Stacheln war verbogen gewesen. Das Mistvieh hatte sich dabei wahrscheinlich irgendwas getan sonst wäre er längst ein langfristiger Vorratsfleischberg für die Bestie geworden. Nichtsdestotrotz ärgerte sich der fette Ork über diese unnötige Hetzjagd und das obwohl der Rest des Weges vollkommen ereignislos verlief. Okko´rokko hatte zufällig doch den richtigen Weg gefunden und war natürlich felsenfest davon überzeugt das seine seltsamen Steinchen ihnen wirklich den wahren Weg gezeigt haben. Das eben jene Steinchen sie fast umgebracht hätte war ihm mal wieder vollkommen entfallen, typisch.
Das Tal das an die letzte Höhle grenzte war übersäht mit Bäumen und allerhand Getier. Hinter einigen Bäumen stahlen sich einige Waldtiere davon als sie die beiden Orks witterten, ein Verhalten was ihnen wohl noch mehrfach ausserhalb der Bergplateaus begegnen würde, soviel war sicher. In einiger Entfernung erkannte man einige Rauchschwaden, wahrscheinlich eines Lagers oder dergleichen, doch das auszukundschaften würde warten müssen wie Okko´rokko nach einem kurzen Blick auf das Tun seines Freundes klar werden musste. Mit einem freudigen Grunzen sammelte der sonst so unagile Ork in Windeseile ein paar Hölzer und stapelte diese zu einem kleinen Feuerchen auf.
Nach kurzem ungehörten Schimpfen des weit kleinerem und schmaleren Schamanen begann Gor´gorror damit seinen Reisetopf mit allerlei Kram zu füllen. "Wikktik zhain daz erztä Frezzän in neua Haimat!" brummte er immer wieder vor sich hin während er Leckereien wie grünlichen Rattengedärm und Wolfshirn aus seinen Vorräten in den Topf stopfte. Das Wasser das sich mittlerweile unter den seltsamen Zutaten zu einem undurchsichtigen Braun verfärbt hatte blubberte fröhlich vor sich hin während Gor´gorror selbstzufrieden mit einem Stock das Gebräu umrührte. Die Zeit in den Höhlen war überstanden, und das war etwas was gebührend gefeiert werden musste. Auch wenn die Orks keinen angemessenen Alkohol bei sich hatten, taten die halb verdorbenen Vorräte ihr übriges für einige erheiternde Zustandsveränderungen. Endlich war der Weg geschafft, die Tiefenebenen würden zeigen was sie für zwei aufrechte Orks zu bieten hatten.
Das Meisterwerk
- Blutfels, eine Obsession
Einige Zeit war ins Land getreten und Gor´gorror saß bequem auf dem Baumstumpf einer dicken Eiche, der fast komplett von seinem massigen Hintern ausgefüllt wurde. Okko´rokko hatte durchaus Recht gehabt damit, dass es im Orktal bei weitem spannender zuging als in den hochgelegenen Plateaus der Berge. Okko´rokko war zwar seit einiger Zeit nicht mehr aufgetaucht, aber wahrscheinlich hatte er sich mit Hilfe seiner angeblichen Mojosteine hoffnungslos verlaufen, wie damals, als sie in den Höhlen aus Versehen in eine Raubtierhöhle gelandet waren. Zu mindestens Gor´gorror hatte einiges erreicht seit er sich hier aufhielt. Nach den anfänglichen Reparaturarbeiten im Fort der Kir´Talis hatte er es vollbracht eine eigene Waffenschmiede inmitten des Orklands aufzubauen. Der einfache Palisadenbau zeichnete sich durch die unglaubliche Hitze aus, die von ihm ausging. Hinter dem annähernd 3 Meter hohen Palisadenzaun befanden sich ein ganzes Sammelsurium an Essen und ein mächtiger Amboss der zentral seinen Platz fand. Dazu erhob sich im hinteren Bereich der Schmiede ein aus alten Steinen zusammengesetzter Ofen, der wohl zur Zubereitung der Speisen des immer hungrigen Orks diente.
Gor´gorror sortierte gerade die Zangen und Hämmer für ein ganz besonderes Stück der Kunst der er sich verschrieben hatte. Das Material für die Waffe, für die die marodierenden Orks bekannt sind - Die Kriegsaxt, war das Lieblingsmetall des schwerfälligen Drasdech: Blutfels. Die Farbe wie der Name erinnerten an Blut und genau das war es was Gor´gorror an dem Metall mochte. Blut war das Sinnbild der Wildheit der Orks, sie vergossen es in Strömen, die Mojos färbten ihr Fell damit und Gor´gorror? Er machte eine vorzügliche Blutsuppe, die zugleich sein Leibgericht waren. Am besten wenn sie mit einigen Stückchen Menschenfleisch abgeschmeckt worden war....ein Traum. Gor´gorror seufzte auf bei dem Gedanken daran, aber nun gab es wichtigeres zu tun als zu essen.
Der Fettsack erhob sich und steckte die ausgewählten Werkzeuge in die Seite seines Gürtels und marschierte auf den Haufen von Erzen zu, die wahllos auf dem Boden und in den Ecken seiner Schmiede verstreut waren. Nach einigem Suchen und einem wirklich mächtig dämlich wirkendem ratlosen Blick erhellte sich dann doch die Fratze des Drasdech als er im Morast, vergraben unter einigen Erzen einige Barren des Metalls seiner Begierde gefunden hatte.
- Glühende Kohlen
Nachdem er unzufrieden aufgrunzte, sprang schon Chileek´zabb, ein Rattenmensch der nun für Gor´gorror gezwungenermaßen arbeitete, auf und blickte mit einer Mischung aus Unsicherheit, Angst allerdings auch Aufmerksamkeit zu Gor´gorror hinauf. Der fette Ork deutete ohne Wort auf die Esse die er zu benutzen gedachte. Quiekend sprang die Ratte auf ihren Platz und bediente den Blasebalg um die Glut auf Temperatur zu bringen. Wenn das elende Quietschen nur nicht wäre, das dieses Gerät verursachte. In der Zwischenzeit zog der Ork die Zange mit dem extra langen Griff aus dem Gürtel und überprüfte kurz den Zangenkopf auf seine Funktion, indem er sie ein paar male zuschnappen liess. Nachdem sie mehrfach ohne Probleme klackerte zwang er den langen Blutfelsbarren in den Zangenkopf und stapfte zur Esse.
Vorsichtig streckte er die Hand über der Esse aus um zu prüfen ob die Temperatur ausreichend für sein Vorhaben war. Er grunzte erneut unzufrieden, was seinen pelzigen Gehilfen dazu antrieb noch mehr den Blasebalg zu malträtieren. Einige Momente später kam die Esse endlich auf Betriebstemperatur. Gor´gorror schob den Barren in die Glut. Um die Hitze noch zu erhöhen, schaufelte er mit einer Schaufel einige der glühenden Kohlen über den Barren, während Chileek´zabb immer noch den elenden Blasebalg betätigte. Nun hiess es warten. Je heisser sich das Metall sich erhitzte, desto leichter war es das Loch für den Schaft in das Metall zu treiben.
Die nächste Zeit verbrachte Gor´gorror damit Kohlen umzuschichten und die Esse auf Temperatur zu halten. Während die Ratte die nötige Luft zu führte, stand der fette Ork mit einer Kohleschaufel daneben und schichtete die Kohlen so um, das immer die heissesten Stücke auf dem Metall aufzuschichten. Die Hitze war kaum auszuhalten, das lag mitunter auch daran das alle Essen unter Feuer standen, wenngleich nur einer gerade benutzt wurde. Es dauerte seine Zeit bis es dann endlich so weit war. Fast schon behutsam schob er die Kohlen zur Seite und begutachtete den hellrot glühenden Klotz vor sich. Er nickte kurz und nahm wieder seine Zange zur Hand...
- Glühendes Metall
Das Metall strahlte genau die richtige Hitze aus um bearbeitet zu werden. Gor´gorror griff mit der freien Hand zu seinem breiten Hammer und deutete Chileek´zabb das er den Meißel holen sollte. Mit zitternden Pfoten hielt die Ratte den Meißel ein auf das glühende Metallstück als der fette Ork mit einem kräftigen Schlag den Meißel in den glühenden Barren trieb. Die Ratte quietschte mit jedem Schlag, doch das war unerheblich, immerhin brauchte jede Axt ein Loch für den Schaft, und wenn diese Maus von einer Ratte eine abbekommen würde war das schliesslich auch egal. Der schwere Hammer sauste immer und immer wieder auf das Metall nieder, bis es am Ende auf der anderen Seite durchschlug. Schnell wendete er das Eisen und vollführte sein Tun ein weiteres Mal, um ein gleichmäßiges Loch hinzubekommen.
Als endlich das Loch für den Schaft groß genug war, wischte sich Gor´gorror den Schweiss von der Stirn und überprüfte die Arbeit mit geschultem Auge ob es keine Risse im Metall gab. Nach einem zufriedenen Nicken wurde das immer noch glühende Metall in dem Wassereimer zu seiner rechten versenkt und erfuhr eine erste Abkühlung. Der zweite Arbeitsschritt rückte nun in greifbare nähe, doch dafür mussten die Essen wieder angeworfen werden. Die Nähe zur Wüste war für einen Schmied gar nicht schlecht gewählt, immerhin sorgte die warme Luft dafür dass die Essen nicht allzu schnell abkühlten, wenigstens etwas. Wieder wurde der Blasebalg von Chileek´zabb betätigt, während Gor´gorror es sich auf seinem Baumstumpf bequem gemacht hatte und fressender Weise ihm dabei zusah. Das Metallstück war schon längst unter den Kohlen verschwunden und musste noch die Hitze ziehen um für die weitere Verarbeitung bereit zu sein. Eine willkommene Pause für den Drasdech, weitere Arbeit für die Ratte, so hatte sich Gor´gorror das vorgestellt. Die halb vergammelte Lammkeule schmeckte vorzüglich und die Blutschorle, die er aus einem Goblinschädel zu sich nahm erfrischte ihn sehr, alles in allem war er bis jetzt sehr zufrieden mit seiner Arbeit.
Es vergingen knapp 1 ½ Stunden als die Ratte japsend in ihre Strohliege fiel. Gor´gorror hatte das Metall als "Raif!" erachtet und hatte die Kohle beiseite geschoben um erneut das glühende Stück Blutfels aus der Esse zu ziehen. Mit der Zange in der linken Pranke und dem Hammer in der Rechten machte er sich nun an die eigentliche Arbeit seiner Axt. Das Schaftloch wurde horizontal zum Amboss positioniert und diente als Endstück, welches von der Zange gehalten wurde. Der schwere Schmiedehammer klopfte nun das Klingenblatt in Form. Abwechselnd achtete Gor´gorror darauf, das sich der glühende Block zu den richtigen Seiten, nach oben und unten ausbreitete, damit auch die Form der Axt einheitlich gelingen möge. Die schweißtreibende Arbeit lohnte sich, denn die Blattform geriet genau so wie gewünscht. Mit der flachen Seite des Hammers begann Gor´gorror dann die Schneide abzuflachen, damit später, wenn die Klinge geschärft würde, weniger Zeit darauf verwandt werden musste.
- Schlank, scharf und tödlich
Das Metall gelang gut. Nach ein paar Stufen der Abkühlung war das stumpfe Stück Metall der Form einer Axt gewichen. Nur noch wenige Arbeitsschritte waren jetzt noch nötig, wenngleich von ausgesprochener Wichtigkeit. Die Feilen, die über den ganzen Boden verstreut lagen, wurden nacheinander dazu eingesetzt dem Metall zuallererst einen gewissen Glanz zu geben. Um den Glanz gemeinsam mit der Härte noch zu steigern benutzte der Ork eine Mischung aus einem Gemisch von Öl, Blut und einem feinen Puder, das der Verstärkung diente. Er rieb das Gemisch zwischen die durch die von den groben Feilen verursachten Kratzer und schliff sich so zu sagen seinen Glanz zu Recht. Dass eingewirkte Puder sorgte für eine weitere Stabilität der Waffe. Nachdem der rote Glanz des Blutfels seinen Zenit erreichte, fehlte noch das schärfen der Axt. Ruhig nahm der fette Drasdech den schweren Schleifstein in die rechte Pranke und begann, ihn abwechselnd über die beiden Seiten der Klinge zu schleifen. Hin und wieder sprühten ein paar Funken als das Metall von dem kräftigen Ork bearbeitet wurde, bis der Erfolg der getanen Arbeit für den potentiellen Gegner der nächsten Schlacht durchaus spürbar sein würde, Gor´gorror grinste gehässig.
Nun war endlich der letzte Schritt für die Waffe gekommen. Der zuvor ausgewählte Schaft wurde für das Schaftloch ein wenig zurechtgeschnitzt und dann hindurch geschoben. Zum sicheren Sitz des Axtblattes wurde mit einem normalen Hammer ein Metallener Keil in das obere Holzstück getrieben, welcher das Holz auseinander trieb und somit das Axtblatt fest mit dem Schaft verband. Der dicke Ork begutachtet die Waffe eingehend und rieb sich das schwabbelige Kinn nachdenklich. Die Waffe war nicht brachial aber dennoch irgendwie schlank geraten, ein wirklich schönes Stück welches er da geschaffen hatte.
"Hähä, mik nännän dik Spargälspaltah!" er nickte grinsend und hing das Tötungswerkzeug an einen Haken seiner Hütte. Die eingefeilten stilisierten Hauer zeugten davon, dass er dieses Meisterstück geschaffen hatte. Eine Waffe nach dem Geschmack der Orks.
Das Bärenfell
- Erinnerung aus der Vergangenheit (by Kortox Barad Kharn)
Es war Mittag, Kortox durchwühlte sein Zelt auf der suche nach einem Tropfen Bier und grölte dabei wild herum. Gegenstände flogen kreuz und quer durch sein Zelt, seine Schwerter flogen in Richtung seiner Theke, blieben tief in ihr stecken, Rüstungsteile lagen über das ganze Zelt verteilt auf dem Boden und des Kriegers Hauswildschwein kauerte ängtlisch in einer halbwegs ruhigen Ecke im Zelt. Der Barbar suchte weiter nach Bier, er begab sich hinter die große Theke, auf den ersten blick war auch dort kein Bier zu sehen, er kickte vor Wut einen leeren Bierkrug weg, jener Krug flog in ein Element der Theke und machte durch die Kraft mit der er getreten wurde ein großes Loch in die Thekenwand. Kortox' Mund formte sich zu einem breiten Grinsen, er beruhigte sich als er sah was dort in der Theke zu finden war. Er nahm den Gegenstand langsam von dort hinaus, mit beiden Händen, hielt ihn hoch und fing an laut zu lachen. Es war ein braunes Bärenfell, er setzte sich auf seinen Thron und begann an diesen Vorfall aus seiner Vergangenheit zu denken, wie er zu diesem Fell kam.
Damals, Kortox war noch ein kleiner Bengel, lebte und randalierte bei seinen Eltern. Sein Vater nahm ihn das erste mal zur Jagd. Der Weg zum Jagdgebiet des Vaters dauerte einen halben Tagesmarsch und die Müdigkeit war dem kleinen Barbarenjungen im Gesicht anzusehen. Angekommen lies sein Vater ihn erstmal alleine, der Vater wollte zuerst nach schauen ob die von ihm ausgelegten Fallen etwas erbeutet hatten. Klein Kortox schaute sich währenddessen, mit einem Speer in der Hand um. Es war ein dunkler, dichter Wald in dem die Barbaren unterwegs waren. Nach einer Weile hörte er ein Rascheln, der kleine Bengel bewegte sich ein paar Schritte zurück, als plötzlich aus einem trockenen Gebüsch ein rasender Braunbär auf ihn zu preschte. Im ersten Moment blieb er wie eingefroren stehen, die Augen weit aufgerissen und erst nach einigen Augenblicken begann der Junge schreiend zu flüchten. Doch der panisch flüchtende Junge hatte keine Chance, der Bär sprang auf ihn zu und just in diesem Augenblick stolperte er über eine Wurzel. Der Braunbär fiel unglücklich auf den Speer, der von Kortox beim Fall immer noch gehalten wurde, der durch den Waldboden gestützt wurde, das Gewicht des Bären tat den Rest und der leblose Bärenkörper fiel auf den kleinen Bengel. Der Junge konnte nicht unter dem Bärenkörper hervor kommen, der Bär war zu schwer. Nach einer Weile des Schreiens fand sein Vater ihn und holte ihn unter dem Bären hervor. Die beiden standen sich gegenüber, sein Vater betrachtete grinsend seinen Kilt. "Dat is Blut!" rechtfertigte sich Kortox wischte schnell seine blutverschmierten Hände an der feuchten Stelle seines Kiltes ab. Sein Vater lächelte ihn an, klopfte ihm auf seine Schulter und sagte zu ihm: "Jung nu biste nen grossa, reibt dich mitm Blut von dem Bärn ein, dat is Tradition bei uns!" Kortox zuckte kurz mit den Schultern, es schien so als das er das nicht verstehen würde, er war wohl noch zu jung um das zu begreifen, jedoch tat er es. Die beiden begaben sich wieder auf den Heimweg, zuvor hatte der Vater seinem Sohn, zum ersten mal im Leben des jungen Sohnes, ein paar Schluck Bier gegeben, was ihm nicht so gut tat, wie es das Bier heute macht. Der Vater trug auf dem Heimweg auf einer Schulter den toten Bären und auf der anderen Schulter den besoffenen klein Kortox.
"Ach das warn noch Zeitn damals!" war von dem Barbarenkrieger zu hören als er an diesen Vorfall dachte. "Ik muss mit diesem Bärnfell mehr machen als et inna Kiste versauern zu lassn!" murmelte er vor sich hin. Er sprang auf und machte sich auf den Weg zu der einzigen Person die er kannte, die etwas aus diesem Fell machen konnte, Gor'gorror der Orkhandwerker.
An Gor'gorror's Schmiede angekommen, klopfte er stark an seine Metalltüren, schrie wie er es immer tat wenn er zu Gor'gorror kam:
"Gor'gorror Ik brauch Zeuch!!!"
- Zurück in der Gegenwart - Komplikationen gleich Gold
Gemächlich knabberte Gor´gorror gerade an einer Hand voll Humie-Mojofingern, die durch den Gebrauch von Reagenzien besonders würzig schmeckenden Fingerchen waren zwar schwer zu bekommen, doch konnte man ja immer noch ein paar normale Fingerchen in Knoblauch und Ginseng einlegen. Nach ein paar Tagen der Verrottung war der Geschmack ähnlich, doch dieses Mal hatte er tatsächlich echte Mojofingerchen bekommen, welch Gaumenschmaus. Gerade riss lutschte er noch an dem Knochen herum um das Mark herauszusaugen als schon die Stimme des Barbaren ertönte. Knackend splitterte der Knochen als er mehr oder minder vor Schreck die Zähne zusammenbiss und das Fingerchen schlichtweg zermalmte. "Miffft!" unter speien und spucken erhob er sich aus den extrabreiten und mit Metall verstärkten Thron und stolperte die Empore herunter um den massiven Riegel des Tors zurückzuziehen und den Kriegslord herein zu lassen.
Nach den üblichen Begrüssungsfloskeln und der obligatorischen Anbietung von allerlei köstlichkeiten, die der in den Augen Gor´gorrors etwas magere Barbar stetig ablehnte - komisch, mochte er etwa die gute Orkküche nicht? - kamen sie zur Sache. Kortox war schon bekannt dafür spezielle Wünsche zu äussern, doch das war diesmal eine ganz andere Liga von einem Schmiedestück, im Grunde genommen eine Kombination aus Helm und Totem die miteinander verbunden werden sollte.
Für gewöhnlich wurden diese Totemmasken schlichtweg mit Metall überzogen und somit immens verstärkt, doch scheinbar wollte der Barbar diesmal das Fell erhalten und gleichen Schutz erreichen. Warum musste es immer so kompliziert sein...
...weil es Glizzah brachte. Die Antwort war natürlich sofort klar. Auch wenn Gor´gorror ein verdammt reicher Ork war, für einen der nicht Kurkash wurde, war das güldene Metall immer noch das was sein Herz erfreute und das wusste der Barbar nur zu gut. Er würde ihm das Stück ermöglichen. Und eine Idee hatte er auch schon...
- Der grobe Plan - Orklegende
Die Idee an sich war keine Unmöglichkeit: Kortox wollte schlichtweg das das Fell an und für sich erhalten blieb und dennoch Schutz bieten konnte. Das ganze erinnerte Gor'gorror an eine uralte Legende im Stamm der Trunzhai.
Ein menschlicher Geschichtenerzähler hätte die Geschichte wahrscheinlich so erzählt: Die Schlacht war verheerend gewesen und massenhaft lagen sterbende Orks auf dem Schlachtfeld. Die marodierenden Zwerge hatten verloren, doch der Preis für den Sieg war teuer gewesen für die Orks. Nicht nur das hunderte Kurkash ihr Leben auf dem Schlachtfeld gelassen hatten - Nein auch ihr grosser Anführer, Vr'ohag Nkob lag im sterben. Vr'ohag Nkob war derjenige gewesen der sich als oberster Boss herauskristallisierte und die verstreuten Banden der Orks zum Stamm der Trunzhai vereinte, der Stamm der sich das Gebirge und deren Ausläufer zum Territorium gewählt hatte. Er war es der alle Stammesfürsten herausforderte und viele von ihnen tötete um die Macht zu erlangen, er war es der stark war in den Zeiten der Uneinigkeit.
Nun lag dieser grosse Oberboss sterbend in einem Zelt, die besten Schamanen waren zu ihm geeilt und hielten ihn am Leben, so gut sie es konnten, doch seine Verletzung war gross. Ein Zwerg hatte ihm in der Schlacht das halbe Gesicht mit einem Streich seiner Axt abgeschlagen, allein Tairach wusste wie er überhaupt überleben konnte. Wundbrand breitete sich über ihn aus, und solange sie seine Wunde nicht schliessen konnten bestand keine Hoffnung ihn zu retten.
Da jedoch stieg Gravesh herab, der glatzköpfige Gott des orkischen Handwerks und handelte im Namen Tairachs, des Bluttgottes um diesen Ork zu retten. Gravesh fertigte der Legende nach aus schwarzem Metall eine neue Gesichtshälfte für diesen grossen Führer der Trunzhai und ermöglichte es ihm weiter zu leben. Die Schamanen verbanden mit ihrer Blutmagie und dem Willen Tairachs diese göttliche Konstruktion mit dem sterbenden Fleisch ihres Anführers und schenkten ihm so das Leben. Vr'ohag Nkob lebte weiter und wart fortan als Vr'ohag Metallkopf genannt, denn obwohl die Haut durch die schamanischen Rituale nachwachsen konnte wart er fortan darunter geschützt wie durch einen Helm, niemand konnte dieses Machwerk durchdringen, solange er lebte.
Mit Sicherheit war es eine uralte Legende deren Wahrheitsgehalt wohl nicht sonderlich weit gedungen war, dennoch erschloss sich der Ork daraus die einzig mögliche Vorgehensweise für seine nächste Arbeit. Der Helm musste unter dem Fell liegen, nicht das Fell selbst würde der Helm sein. Wie bei Vr'ohag, dem berühmtesten Anführer seines Stammes würde er in das Fell eine Platte integrieren die seinen Träger schützen würde. Möge Gravesh das tun des Drasdechorkes für würdig halten... Es war Zeit an die Arbeit zu gehen.
- Von Haken und Kleinarbeit
Den Helm zu schmieden war eine einfache Übung für den Ork, dennoch erfolgte eine besondere Eigenheit für die Fertigung der ungewöhnlichen Bärenmaske. Nachdem die Form des Helmes, natürlich angepasst an die Kopfform des Barbaren, ihre endgültige Gestalt erhalten hatte, brachte er kleine eiserne Haken in kurzen Abständen an den Helm an. Die glühenden kleinen Haken wurden vorsichtig in das schon zuvor geschlagene Schwarzfelsmetall des Helmes gebrannt um ihnen einen sicheren Halt zu gewährleisten. Zwar zerbrachen einige der Haken unter den etwas groben Schlägen des Orks, sodass er sie erneuern musste, was durch ein wildes Fluchen unter sabbern und grunzen des Orkes quittiert wurde. Jedesmal ärgerlich darüber musste er mit der Zange die deformierten Haken herauszwicken und neuerlich einen dieser für seine riesigen Hände viel zu kleinen Haken vorbereiten und in den Helm einarbeiten. Eine scheiss Arbeit war das.
Nachdem nach einer schier endlosen Kleinarbeit, ein Ork HASST Kleinarbeit, war Gor´gorror zwar kurz davor den Helm aus blosser Wut über den firlefanz gegen die Wand zu schmettern, aber die fisselige Arbeit war zumindestens vorerst erledigt. Er erhitzte das gesamte Schmiedestück noch einmal auf eine niedrigere Temperatur und kühlte es in einer warmen Lauge ab um sowohl Helm als auch Haken zu einer besonderen Härte zu verhelfen. Die Lauge, aus verschiedenen Ölen und einem speziellen Härtungspuder bestehend würde einige Zeit brauchen um den Helm bereit zu machen für den nächsten Schritt, derweil kümmerte sich der Ork um das Fell.
Wie es für Orks üblich war musste eine Rüstung oder eine Waffe besonders bösartig aussehen um den Gegner einzuschüchtern. Aus diesem Grund ersetzte er die Eisernen Augen des Bärenfels, im Übrigen eine stümperhafte Leistung, mit polierten Blutfelskugeln um den Ausdruck noch ein wenig garstiger zu gestalten. Zusätzlich schnappte sich das fette Monster eine alte Metallbürste und schrubbte das braune Fell gegen den Strich damit es den Eindruck erweckte das leblose Stück Fell sträube sein Nackenfell, eigentlich reine Effekthascherei doch für einen Orkschmied offenbar wichtig.
- Fertigstellung einer grausigen Bärenmaske
Nachdem der Helm sein Bad beendet hatte begann wieder ein nerviger Teil der Arbeit. Unter ächzen und schnaufen musste Gor´gorror das Fellstück in die Haken zwängen, wobei er die lederne Stoffhaut, die er vorher unter das Fell nähen musste damit es besseren Halt hat, durchstossen musste. Das Problem dabei war das er sie so durchstossen musste, dass weder das Leder, noch der Haken beschädigt wurde, noch einmal von vorne beginnen wollte er nun wirklich nicht. Er hätte den Barbaren fressen sollen als er ihm diesen Auftrag erteilte....wäre da nur nicht das Gold gewesen das es einbringen würde.
Haken für Haken fanden schliesslich in mühsamer Kleinarbeit....schon wieder dieses Wort....seinen rechten Platz und zu guter letzt zog er den Kopf des Bären über das Kopfstück des Helmes und zog es mit einem kräftigen Ruck fest. Ein kräftiger Schluck Prauner Olog entlockte Gor´ einen Seufzer als er neuerlich in den Werkzeugkasten griff und einen kleineren Hammer, zumindestens im Vergleich zu dem riesigen Schmiedehammer den er sonst zu gebrauchen pflegte, heraus.
Der letzte Arbeitsschritt bestand daraus mit kurzen, nicht zu kräftigen Schlägen die Haken so umzubiegen das sie das braune Fell auch dann halten wenn man versuchte das Fell vom Helm zu lösen. Sicherheitshalber umwickelte er dazu noch den Hammer mit einem Stück Stoff und liess ausnahmsweise äusserste Vorsicht walten. Auf jeden Schlag erfolgte sogar eine kurze Überprüfung ob der Haken nicht abgebrochen war, doch offenbar hatte er tatsächlich ganze Arbeit geleistet.
Endlich hatte er es geschafft, er pflanzte sich auf den breiten verstärkten Thron den er sich in die Mitte seines Forts gesetzt hatte und betrachtete sein Werk ausgiebig. Eine wahrhaft grausige Bärenmaske, das musste man ihm schon lassen, wenn er etwas baute, dann tat er es richtig. Dennoch würde er sich diese Sauarbeit teuer kosten lassen, zum Glück war Kortox ein verdammt reicher Barbar. Er war wahrhaftig gespannt was er wohl zu dem Werk sagen würde. Zeit es ihm zu zeigen....diese...gar grausige Bärenmaske.
Orkische Festessen
- Koboldfilet an Kopffruchtgemüse
Ein besonderes Festfressen stand Gor´gorror im Sinn als er sich die frischen Zutaten aus der letzten Orkexpedition ansah. Ein paar Gefangene Kobolde versprachen eine besondere Frische für das Rezept was dem fetten Drasdech vorschwebte, denn auch des Orkens Magen genoss eine wahre Gaumenfreude ebenso wie vielleicht ein saftiger Schweinebraten für einen Menschen. Im Grunde genommen konnte Gor´gorror es auch nicht verstehen das die gute Orkküche von anderen Völkern so verschmäht wurde. Selbst seine wenigen menschlichen Kunden würgten lieber ihr Futter heraus wenn sie Gor´gorror beim essen beobachteten als sich ihm dabei anzuschliessen. Sogar die Barbaren, ein ansonsten hartes und respektables Völkchen waren echte Kostverächter in den Augen des fetten Drasdech.
Dennoch war ihm diese Zubereitung eine besondere Freude, es kam nicht allzu oft vor das die Expeditionen ihre Gefangenen verkauften und schon gar nicht damit jemand anderes eine Gaumenfreude erlebte. So suchte der fette Ork sich zwei etwas feistere Kobolde aus und machte sich geschwind an die Arbeit.
Unter eher mehr als minder schockierten Blick beobachteten die beiden angeketteten Kobolde wie der Fettsack in aller Seelenruhe das Feuer unter seinem Kessel anfachte und ein paar eigens gefertigte Messer auf ihre Schärfe überprüfte. Schliesslich schnappte er sich den massigen Schmiedehammer und knackte mit einem lässigen Schlag auf den unglücklichen Grünling der ihm am nächsten war das Schädelchen. Das Messer mit der Säge wurde anschliessend dazu verwendet den zertrümmerten Schädel aufzusägen und die Kopffrucht im inneren des Schädels zu befreien und in den mit gut abgestandenem Brackwasser gefüllten Topf zu schnippeln. Unter heftigem Quieken seines ehemaligen Kameraden wurde der bereits zum Teil bearbeitete Kobold mit einigen geübten Schnitten von seinem überflüssigen Hüftfleisch befreit, worauf diese unter grunzendem Gesumme des Fettsacks ordentlich mit einer pikanten Blutsoße, bestehend aus verschiedensten verklumpten roten Bröckchen, mariniert zu werden. Die so vorbereiteten Koboldsteaks fanden daraufhin ihren Weg über ein Gitter auf der Esse um ordentlich knusprig angegrillt zu werden.
Schliesslich folgten der Kopffrucht einige leckere Zutaten wie Zwiebeln, in Blut eingelegte Molchaugen, verschimmelte Tomaten und besonders lange verweste Mojofingerchen ihren Weg in das Kesselchen um den Geschmack besonders zu verfeinern. Nach wenigen Minuten wendete der Fettsack schliesslich das Fleisch und liess es ruhig fertig brutzeln, immer im Bedacht darauf das Koboldfleisch besonders blutig zubereitet werden muss.
Nachdem das Kesselchen sein Wasser endgültig verloren hat schnappte Gor´gorror sich einen der für diese Mahlzeiten orküblichen Bretter und richtete das Fleisch an dem fleischigem Kopffruchtgemüse an. Fertig.
Welch ein Festessen....vielleicht sollte er einmal seine Kunden zu so einem Festessen laden mit einem kleinen Schmiedeverkauf inbegriffen. Einen Kobold hatte er ja noch und da er noch lebte wurde er auch nicht schlecht....selbst wenn das auch kein Kriterium für schlechte Küche wäre.
Dennoch immer die Frage, was kommt als nächstes in den Magen?
Handel
Personen
Dieser Abschnitt umreisst einige Personen mit denen Gor'gorror bis jetzt mehrfach zu tun hatte.
[Das sind reine Gedanken von Gor'gorror, können also nicht von anderen Leuten einfach so "gewusst" werden]






