Charakter-Datenbank
Alauniira Ky'Alur
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Serverdaten Rasse: Dunkelelfe |
| Titel | Jabbress del Melee Magthere 'lu Barra'an'arr |
|---|---|
| Gilde | Qu'ellar Ky'Alur |
| Geburtsdatum | vor über 650 Jahren |
| Geschlecht | Weiblich |
| Größe | 1.60m |
| Haarfarbe | Silbrig Weiss |
| Augenfarbe im Infrarotspektrum | Hellrot |
| Augenfarbe Normal | Grau |
| Statur | Kräftig aber Feminin |
| Volk | Drow |
Gerüchteküche im Magicstyle
Rollenspiel
- Prolog
Manchmal gab es Nachteile wenn man gut ist, das galt umso mehr wenn man nicht nur gut sondern auch noch besonders begabt ist. Bisher hatte sie jedwede Windung in der Politik ihrer Rasse überstanden, hatte für ihre Verhältnisse einiges an Einflusskraft gewonnen, selbst eine fehlgeschlagene Intrige gegen die mächtige Oberin des Hauses hatte sie nahezu schadlos überstanden, dachte sie zumindestens. Irgendwie schien die ganze Sache die Ilharess beunruhigt zu haben, generell hat sie viel dafür getan um mehr oder minder ungestört in ihren Kreisen zu sein. LiNeeriara war zur Tempeldienerin verkommen, ihr eigen Fleisch und Blut war an der Arach Tinilith ziemlich gut abgeschirmt. Rhulqee, ihre Cousine wurde mit Arbeit zugedeckt. Doch sie selbst hatte es am schlimmsten erwischt.
"Dos orn alu ulu l' Valsharen Drow Vel'Xundussa Magthere wun Chaulssin!" die Nachricht der Ilharess traf sie wie ein Schlag. Noch dazu sollte es eine "Ehre" sein und eine "Belohnung für gute Dienste", Alauniira wusste schon was es für eine Ehre war, nämlich zu einem hohen Prozentteil die allerletzte die einem zuteil wird. Sie hatte Gerüchte über die Kampfschule für besonders talentierte Kämpfer gehört und selbst viele der besten hatten dort ihren Meister gefunden und waren nie wieder aufgetaucht. Berichte über unglückselige Unfälle beim Training waren ebenso an der Tagesordnung wie blaue Flecken an der normalen Kämpferschule. Rhulqee hatte die Nachricht natürlich gelassen entgegen genommen. Wahrscheinlich war sie froh wenn ihre opportunistische Cousine verschwindet, wer weiss schon was die Su´trin noch so alles selber in die Richtung geplant hatte.
Ihre Vorbereitungen waren schnell erledigt, einzig Tsabrak hatte einige Instruktionen erhalten die die Führung der Reiterstaffel und vielleicht hin und wieder ein offenes Ohr für Neuigkeiten beinhalteten. Wenn sie diese Prüfung bestehen würde, dann wäre sie bei weitem mächtiger als es möglicherweise einigen der herrschenden Recht wäre, immerhin etwas was die "Ehre" zu einer "Belohnung" machte, wenn das kleine Wörtchen "wenn" denn nicht wäre. Sie musste es einfach hinkriegen, es blieb ihr nichts anderes übrig.
Noch in der gleichen Zeit als das Licht des Narbondel erlosch steuerte die graugrüne Reitechse mit ihrer Reiterin in Richtung der Tore der Stadt. Der Höhlenkomplex den sie ansteuerte würde sie schon bald nach Chaulssin bringen, eine Stadt die gleichzeitig Ende als auch Anfang sein kann....meistens jedoch das Ende.
- Reise
Die Reise gestaltete sich relativ ruhig. Die Gänge nach Chaulssin waren vor kurzem von einem Angreifertrupp gesäubert worden und noch hatten sich die üblichen Monster nicht zurückgewagt, wenn sie denn überhaupt überlebt hatten. Einzig eine Gruppe Gnome liefen der Kriegerin über den Weg, doch diese waren einzig daran interessiert sich über den Handel von Pilzkraut und anderen seltsamen Rauschmitteln zu unterhalten und machten einen Bogen um die bewaffnete Drow. Sie selbst hatte kein Interesse sich mit harmlosen Händlern anzulegen, auch wenn es höchstwahrscheinlich Schmuggler waren, sollten sie nach Elashinn gehen und der ach so feinen Ilharess auf die Nerven gehen und ihre dümmliche Leibgarde zu hirnlosen Pilzrauschabhängigen machen. Vielleicht würde dann ein verdammter Pfeil ihrem überflüssigen Leben ein Ende bereiten, wobei das sie eigentlich auch hätte besorgen können. Ein seufzen quittierte das auch das nicht die Lösung gewesen wäre, sondern ebenso ihren sofortigen Tod bedeutet hätte, aber vielleicht würde sich irgendwann noch so eine Gelegenheit bieten.
Die Gänge in Richtung Chaulssin führten nicht alle direkt in eine zentral gelegene Stadt, eigentlich war Chaulssin nur die Beherbergung einer großen Festung samt umliegenden Ständen einiger Hausloser Dunkelelfen....Abschaum. Zugänge hatte die Stadt angeblich mehrere, jedoch waren offiziell bekannt nur Zwei die den Zufluss, der spärlich genug war, zu regeln. Wahrscheinlich waren nur die beiden Eingänge bekannt damit die Besetzer der Festung, die Meister der Schatten, wie sie genannt wurden, einen genauen Überblick hatten wer wann wo und weshalb war. Zu allem Überfluss waren es fast nur Männer die sich dort aufhielten, nur wenige Frauen wurden an diese Schule geschickt und dementsprechend wenige hatten es auch überlebt.
Alauniira nahm den Hauptgang in die Stadt. Dieser führte an einem schmalen Steg in Richtung des Zentrums, während rechts steile Felswände die Abgrenzung zum Nordende zogen, klaffte auf der linken Seite ein Abgrund dessen Ende mit den blossen Augen nicht zu ergründen war. Der Steg hingegen führte seitlich entlang und man gelang auf den Vorplatz der Festung die sich hier anschloss. Einige Krämer und kleinere Häuser machten den beklemmenden Eindruck noch vollkommener. An der zahlreichen Erfahrung von Kampfführung war ihr sofort klar das diese Stadt es wahrscheinlich mit jedem Angreifer aufnehmen konnte, denn selbst wenige gut geübte Kämpfer könnten in dieser Enge riesige Armeen aufhalten und zerreiben, und wie man sich erzählte waren diejenigen die hier ausgebildet wurden, die besten Kämpfer des Unterreiches.
Kurz biss sie sich auf die Unterlippe, es war selten das sie dieses Gefühl hatte: Furcht. So viele Jahre hatte sie immer und immer wieder überlebt, nun war sie hier auf das Geheiß einer kleinen ängstlichen Ilharess die versuchte sich Ruhe zu erkaufen indem sie potentiell gefährliche Kämpferinnen in den Selbstmord schickte. Sie fletschte die Zähne. Sie würde wiederkehren, stärker als je zuvor.
- Respekt
Die massiven Tore hatten sich hinter ihr verschlossen und ihr Reittier wurde schon in den Stall gebracht. Der Vorplatz war bis auf ein paar herumlungernden Wachen ziemlich leer, eigentlich hatte sie erwartet das es mehrere Anfänger hier gab die trainierten, aber von denen war nichts zu sehen. Eigentlich vielleicht doch nicht ganz so verwunderlich, denn es wurden nur wenige für die Ausbildung hergeschickt, noch weniger angenommen und überstehen taten es auch nicht alle, waren das alles nur Gerüchte? Sie konnte sich das nicht vorstellen, die Informationen über die VdVM waren zwar nur schwammig, dennoch neigte man bei den Drowschulen im allgemeinen nicht dazu zu übertreiben. Nicht gerade beruhigend der Gedanke dachte sie bei sich. "Auf dem Nebenplatz." Meinte einer der Jaluken mehr oder minder flapsig, machte jedoch nicht den Eindruck als würde eine Zurechtweisung bei ihm, oder bei irgendjemanden sonst hier etwas bringen. Alauniira knirschte mit den Zähnen und folgte dem ausgewiesen Weg.
Der Nebenplatz war verlassen. Sie drehte ihren Kopf mehrfach doch niemand war zu entdecken. Sie verschränkte die Arme und wartete........und wartete. Es dauerte einige Zeit bis schliesslich aus einem der dunklen Säulengänge eine Person auf sie zuschlenderte. Der gebrechlich wirkende Drow trug eine lederne Augenklappe und einen leicht geschwungenen Hut auf dem haarlosen Schädel. Die Augen wirkten scharf und hatten mit Sicherheit eine Menge in einem sehr langen Leben gesehen. Alles in allem war er das was die Menschen als `alten Knacker´ bezeichnen würden.
Wie der Schein doch trügte. Der alte Mann war der Meister der Schule, Harlic. Zu allem Überfluss war er noch ein pervers guter und vor allem schneller Kämpfer, etwas was Alauniira in kürzester Zeit mit einigen Blessuren gelernt hatte. Der alte Mann hatte es tatsächlich vollbracht ihr, einer Kriegerin Respekt einzubläuen, noch dazu wäre es ihm ein leichtes gewesen sie mir nichts dir nichts umzubringen, kein gutes Omen. Hatte sie am Ende Lloth doch einmal zu oft gelästert? Ihren Wert zu oft nur geheuchelt und nicht ernst gemeint? Nein. Anscheinend war es ihr egal was aus der Kriegerin wurde, nicht so dem Meister der da vor ihr stand....behalten wollte er sie, sehen wie sie sich entwickelt. Als wäre das alles nur ein dämliches Savaspiel.
Ihr wurde ein karges Zimmer zugewiesen. Selbst die Schüler der Melee Maghtere Do´Che´Elashinn waren besser aufgehoben als in dieser engen Räumlichkeit die man gelinde gesagt als Schrank bezeichnen könnte. Aber immerhin war sie hier, sie lebte noch und sie würde lernen. Und vielleicht sogar überleben.
- Alltag und Training
Am Anfang war es nur minderwertige Arbeit gewesen, vielleicht machte es den Jaluken hier Spass eine Jalil wie sie verdammte Steine schleppen zu lassen die angeblich irgendwelche Abwehrfunktionen hatten. Harlic hatte sie seit einigen Tagen schon nicht mehr gesehen und der Kerl der ihr anscheinend als Trainer zugewiesen wurde schickte sie stumpf von einem Knochenjob zum anderen. Am liebsten hätte sie ihm seine Augen aus dem Kopf gerissen, aber wenn Harlic schon bei weitem ihre Fähigkeiten überstieg, wie würde es dann einer der jüngeren Meister der VdVM? Nein, ausprobieren wollte sie es nicht. Immerhin dämmerte ihr, dass dies auch eine gewisse Art von Training sei, wenngleich die Körperertüchtigung an ihrer Maghtere bei weitem anders aussah. Dennoch gab ihr dieser Gedanke wenigstens einen gewissen Grund diese Shu´ weiter zu treiben.
Nach einigen Tagen begannen die leichten Trainingseinheiten sinnvoller zu werden. Anstatt mit ungefährlichen Holzstangen zu trainieren, die in gewisser Hinsicht ähnlich mit dem Gewicht der eigenen Waffen ausgestattet waren, bekam sie es hier mit stumpfen Stahlwaffen zu tun. Zwar waren die Klingen nicht geschärft, doch die schwere der Klingen machte sie zu schmerzvollen und nicht ungefährlichen Übungswaffen. Erschwerend kam hinzu, das ihr Trainingspartner mit den Waffen umging als wären sie so leicht wie die ausbalancierten Waffen aus Adamant und führte die Klingen mit einer Perfektion die Alauniira beinahe glauben liessen die Klingen wären ein weiterer abartiger Teil seines Körpers. Ihre Blessuren mussten jeden Tag von ihr selbst behandelt werden, und oft entkam sie einem tödlichen Streich gegen ihren Kopf nur indem sie sich Reflexartig wegrollen konnte, sie hatte entweder unverschämtes Glück oder das Training war doch mehr als nur dazu da um sie zu verprügeln. Wahrscheinlich waren die Gewichte dazu da später die echten Waffen noch leichter führen zu können, wenn man denn die Lehrmeister überleben konnte. Die Frage war nur wie lange sie die Schläge noch mit diesem geschundenen Körper aushalten würde. Ihre Rippen waren mehrfach geprellt und ihr Arm wurde langsam schon steif unter der Last die sie tragen musste und wenn sie nicht Heilsalbe dabei gehabt hätte wäre ihr Knöchel wahrscheinlich kaum mehr zu gebrauchen gewesen.
Und dann war da noch diese...Indoktrinierung. Verhaltensregeln, Tugenden und Merkregeln, jeden Abend kam eine neue Schriftrolle in ihr Gemach ohne einen Kommentar, es war selbstverständlich dass sie lernen sollte, lernen wie und warum man überlebt und wie man sich zu verhalten hat. Regeln zum überleben in der härtesten Schule der Unterwelt. Alauniira lernte sie, sie hatte keine Wahl. Nach einigen Zyklen des Narbondel war es wieder soweit. Der Meister der sich mittlerweile als l'Elggur vorgestellt hatte teilte es ihr im vorbeigehen mit "Meister Harlic will dich sehen." Endlich ging es vorran...
- Bewusstsein
Der alte Mann hatte nun einige Prüfungen für sie erdacht, doch keine davon war bis jetzt für die Überprüfung ihrer Kampfkünste gedacht, sondern darauf ausgelegt ihr Wissen über die Organisation zu durchleuchten. Organisation...Geheimorganisation traf es besser, das war auch der Grund warum es hier kaum weibliche Absolventen gab, hier herrschten nicht die Regeln der Spinnengöttin, im Gegenteil. Endlich war es so das nicht diese sinnlosen und erdrückenden Rituale einer Priesterin die Ausbildung unterbrachen, die eiserne Hand durch die Dienerinnen Lloth war hier nicht zu spüren. Es war als ob gleich Gesinnte sich gegenseitig etwas beibrachten. Die Härte in dieser Ausbildung war zwar enorm, doch dennoch war es etwas anderes hier ausgebildet zu werden. Man war als Absolvent gleichwertiger Teil eines grossen Ganzen, soviel hatte Alauniira verstanden. Es war auf seltsame Art und Weise erstrebenswert, Teil einer geheimen Elite werden und die herrschende Elite ausspielen. Das alte Spiel in anderen Dimensionen.
Die Prinzipien der Maghtere waren einfach, sie wurde indoktriniert. Sie musste die Prinzipien lernen, sie leben ob sie wollte oder nicht. Doch warum sich dagegen wehren? Es machte ihr durchaus Spass zu lernen wie es zu laufen hatte. Der alte Mann war unangefochten einer der Wortträger und konnte sich auf seine Schüler verlassen, dafür behandelte er sie gut. Auch Alauniira profitierte mit der Zeit davon, als sie begann sich nicht mehr gegen die ach so unverschämte männliche Aufbäumung gegenzuhalten. Die Kämpfer hier waren keine hirnlosen Diener ihrer Ilharessen mehr, sie waren eigenständige Kämpfer mit eigenem Willen, auch wenn dieser durch die Valsharen Drow Vel'Xundussa Magthere in eine sinnvolle, ja wirklich sinnvolle Richtung gelenkt wurde. Sie war nie eine grosse Anhängerin des Llothkultes gewesen, auch ein grossteil der Priesterinnen wäre tot nutzvoller als auf den gepolsterten Stühlen der Herrscheretagen. Ohja, die Meister hatten es leicht mit ihr. Ihre Gier nach mehr Kraft trieb sie vor ran, ihre Ilharess würde es noch irgendwann bereuen sie hierher geschickt zu haben. Jhea´kryna hatte ihren Durchhaltewillen unterschätzt, vielleicht denkt sie sogar sie wäre schon längst leblos den Abhang heruntergeworfen worden. Oh nein, den Gefallen würde sie ihr nicht tun. Sie würde wiederkehren und eines Tages ihr den Fehler den sie gemacht hatte vor Augen führen.
Doch die magischen Übungen blieben weiter aus, blanke Theorie über die Möglichkeiten brachten sie nicht weiter, sie durfte nur noch nicht zu voreilig werden. Meister Harlic würde es ihr früh genug zeigen. Früh genug.
- Der Test - Vorgeplänkel
Harlic hatte es ihr gezeigt, L´Elggur hatte es ausgebaut, es war Zeit für den ersten Test der neu gewonnenen Fähigkeiten. Die Kunst die Schatten zu Nutzen war eine schwierige, vor allem weil sie sowohl kriegerische als auch magische Fähigkeiten benötigte, eine Kombination die nicht für den normalen Krieger bestimmt war, sie war etwas besonderes, eine angehende Veldriss, ein Rad im Räderwerk der Valsharen Drow Vel'Xundussa Magthere, und genau das musste sie nun beweisen: Der Parcour.
Gerüchteweise war der Parcour eine Art Abschlussprüfung für die erste Ausbildungszeit, wonach man als vollwertiger - oder in ihrem Fall vollwertige - Barra´anar anerkannt werden soll. Das Problem daran war nur das nicht jeder diese Prüfung schaffte und das noch grössere Übel an der Sache war das dass Durchfallen gleichbedeutend mit dem Tod war. Genaueres über den Parcour war nicht bekannt, nur das er sich über mehrere Etagen innerhalb des Zitadellenkellers befinden soll. Ihre Vorbereitungszeit betrug in etwa zwei Narbondelzyklen, vielleicht war das die Gelegenheit zu versuchen etwas über den Parcour herauszufinden. Die jüngst erfolgreichen Prüflinge waren zwar von den neuen "Lehrlingen" abgeschottet, beziehungsweise mit Aufträgen ausserhalb Chaulssins beschäftigt, jedoch waren auch die Meister Absolventen dieser Prozedur, möglicherweise verriet der ein oder andere ein paar nette Geheimnisse darüber, wenngleich sie auch Fehlinformationen streuen könnten. Eine direkte Frage war demnach unmöglich. Das oberste Gebot war Heimlichkeit und schlichtes beobachten über etwaige Handlungen und Äusserungen die vielleicht unbewusst getätigt wurden.
Der erste Tag verlief ohne jeglichen Informationsfluss, Alauniira hatte im Gegensatz zu einigen anderen Mitbewerbern den Tag damit verbracht ihre Ausrüstung zusammen zu stellen um sich damit nicht im letzten Moment befassen zu müssten. Die anderen Prüflinge waren ausnahmslos Männer, viel zu tun hatten die Prüflinge nicht miteinander ausser das sie miteinander trainierten unter den wachsamen Augen der Meister, und selbst hier waren Gespräche die Seltenheit. Interessant hingegen war es für Alauniira das Können der anderen zu analysieren. Harlic hatte immer davon gesprochen das man seine Feinde kennen müsse, vielleicht würden diese Informationen auch hier einmal wichtig sein, immerhin wurden von den Häusern gerne einmal Veldruken gegen andere Veldruken oder auch Veldrissen eingesetzt. Diese Beobachtungen waren jedoch für den Moment nicht mehr nötig, die Meister waren ihr Ziel.
Eine Versammlung der Meister gab es nur einmal im ganzen Narbondelverlauf, nach Ende des Trainings, während der Essenszeit der Schüler, traten die Meister zusammen und beratschlagten über die Trainingsfortschritte der einzelnen Schüler - viele waren es ja nicht. Jeden Tag war diese Versammlung zur gleichen Zeit und diesesmal würde es eine Lauscherin geben, vielleicht erfuhr man etwas über die Prüfung, vielleicht noch eine letzte Möglichkeit zu erhaschen wie es ablief, eine Möglichkeit ein Erfolgsrezept zu kreieren. Alauniira zog ihre leichteste Lederrüstung an, vermummte sich mit einem schwarzen Tuch und wartete.
- Der Test - Kundschaften
Der Platz im Gebälk war nur über eine kleine Kletterpartie der Aussenmauer zu erreichen gewesen. Die Meister waren noch nicht alle eingetroffen, es fehlte der etwas untersetzte Schwerttrainer der mit einem Jaluken trainierte der wohl aus Chaulssin selbst kam, auch L´Elggur war noch nicht zu sehen. Nur Harlic und die anderen 8 waren bereits versammelt und hatten augenscheinlich schon mit der Unterredung begonnen. Die ersten Punkte der Unterhaltung waren belanglos, es ging grundsätzlich um die nächsten Trainingseinheiten. Doch nachdem der Tagesablauf für die anderen abgeschlossen war kamen sie endlich zur Sache. Die Planung der Prüfung kam zur Sprache. Harlic wiederholte in aller Ruhe den Ablauf des geschehens. Offensichtlich war geplant die Schüler in dem Labyrinth der Burganlage gegeneinander antreten zu lassen, das war also der sagenumwobene Parcour.
"Teilt scharfe Waffen aus, ihr wisst ja, wer verliert, soll für immer verloren haben." Jetzt kamen sie der Sache noch näher, eigentlich war es ja nicht verwunderlich das es ein Kampf gegen die anderen war, doch das dies ein Kampf auf Leben und Tod gegen die anderen Schüler war, und nicht nur gegen die Fallen des Labyrinths. Die Abschlussprüfung war tatsächlich eine ziemlich endgültige Angelegenheit. Nun zumindestens wusste sie nun Bescheid.
Ein leises Knarren von der gegenüberliegenden Seite des Gebälks liess sie aufschauen. So ein Mist, offensichtlich war entweder noch jemand hier oben, oder aber irgendein dämliches Tier hatte sich hier herverirrt und lenkte die Aufmerksamkeit nach oben. Zwei schnelle kraftvolle Schritte über den Balken wo sie sich niederliess und schon hatte sie sich wieder zur Aussenmauer hinausgestohlen und kraxelte an ihr herunter. Kaum erreichte sie den Boden schälte sich plötzlich eine Gestalt aus dem Schatten und lächelte auf eine gar widerlich hochmütige Art...L´Elggur.
- Der Test - Teilerfolg
Tatsächlich war ein Teil des Parcours genau das was sie gerade getätigt hatte, die Beschaffung von Informationen war ein eigener Teil der Übung gewesen und sie war offensichtlich nicht die Einzige gewesen die sich diesen Wissensvorsprung verschafft hatte. L´Elggur hatte sie nur kurz über diese Möglichkeit instruiert. In Anbetracht dessen das alle Meister da waren ausser zweien wovon einer ihr eigener war um sie im Nachhinein weiter einzuweisen, konnten noch mindestens ein weiterer Schüler von dem Kampf jeder gegen jeden Wissen, der Jaluk aus Chaulssin.
"Wahrscheinlich werden die übrigen Jaluken sich mehr um ihre Ausrüstung kümmern als um Informationsbeschaffung, schade das sie nicht selber die Initiative ergreifen, das wäre spannender für dich, nicht wahr?"
Ein wahrer Witzbold für einen Jaluk, selbst wenn sie wusste worum es ging wären die anderen immer noch gute Gegner und spätestens wenn die ersten Klingen sich kreuzen wird das Geräusch allen klar machen was Sache ist. Es sei denn die Unwissenden sterben zuerst, doch dafür einen temporären Bund mit dem Schüler des Schwertmeisters....verdammt wie hiess der noch gleich, Alton´as?.....eingehen? Unwahrscheinlich! Also musste sie warten und ihm so lange aus dem Weg gehen wie es ging, und dabei aus den Schatten agieren, genau wie sie es hier gelernt hatte.
"So nachdenklich Alauniira? Haha, jaja, es weiss mindestens noch einer von dem Prüfungsmodalitäten, aber du wirst bestimmt den ein oder anderen Einfall haben dich darum zu kümmern. Hab ich auch, scheint einfach zu sein, nicht?
Verdammter Witzbold.....
- Der Test - Kampf im Labyrinth
Tief zog sie die Luft in die Nase als das Schwert des Sprösslings vom Hause Arabrahel drohte scheppernd auf den Boden zu donnern. Es hatte eigentlich alles wunderbar geklappt, sie hatte sich konzentriert um die Schattenebene zu nutzen, stahl sich an der Wand entlang, der Jaluk starrte nur ungläubig auf die dunkle Klinge die sich aus seiner Brust bohrte und augenblicklich liess er seine Waffe los. Was ein Schwächling. Rasch sprang sie zurück und konzentrierte sich sofort sodass sich der Schatten züngelnd um ihren Körper hüllte während sie mehr oder minder an einem Felsvorsprung auf halber Körperhöhe klebte. Die Sicht in der Schattenebene war ein wenig anders als in der normalen, jedoch schallte das Schwert bis hierher nach, wie in Zeitlupe flogen zwei Pfeile an die Stelle wo eben noch das Geräusch verklungen war. Zwei Pfeile.....
Mit der Jalil die in einer Feuerfalle endete, dem Jaluk den sie schon direkt am Anfang ausschalten konnte und diesem hier wären es noch mit ihr selbst 5 Mitspieler in diesem Todesspiel, wenn der verdammte Alton´as so fähig war wie sie befürchtete hatte er auch schon Feindkontakt gehabt was bedeuten würde das höchstens noch drei Dunkelelfen im Spiel waren: Alton´as, Sie und irgendeiner der offensichtlich ebenfalls Lunte gerochen hatte. Keine Zeit anzuhalten.
Ein rascher Sprung von der linken zur rechten Wand katapultierte sie nach einem kräftigen Abstossen weiter in den nächsten Gang. Leise murmelte sie die magischen Worte und spannte ihre Beinmuskulatur an als die magische Geschwindigkeit ihren Körper zu neuen Höhen anspurte. Die schattenhaften Schlieren schälten sich langsam im Rausch der Geschwindigkeit von ihren Konturen als sie um die Ecke peste und nur noch den erschrockenen Gesichtsausdruck des jungen Drow vor sich wahrnahm, der offenbar gerade im Begriff war sich ebenfalls in den Schatten zurückzuziehen. Dummerweise viel zu spät erhob der Hauslose den Säbel und wehrte so gerade noch die ersten beiden Schläge ab, bekam aber den Schwinger ihres Schildes ab und taumelte bedrohlich als ein Zischen Alauniira ausweichen liess. Gerade noch rechtzeitig hatte sie sich gegen die Wand geworfen als ein weiterer Pfeil aus der Dunkelheit den Taumelnden perfekt zwischen die Schläfen trifft. Neuerlich musste sie zurückweichen und entkam um die Ecke die sie eben noch eingeschlagen hatte um den nun durchlöcherten zu attackieren.
Mit viel Tempo folgte sie den dunklen Gängen um mehrere Ecken, Fernkampf war jetzt nicht das worauf sie eingestellt war, ausserdem musste so der gute Alton´as ihr folgen und das war bei weitem schwieriger als in diesem Labyrinth jemanden abzuhängen. Links, Rechts, Rechts, Links, Links und Rechts Neuerlich sprang sie mit dem rechten Bein ab und setzte an der Wand mit dem linken nach der Griff erging an eine Verstrebung die eine Art Bogen machte und stützte sich mit Armen und Beinen an der jeweils gegenüberliegenden Wand ab als sie zum wiederholten Male den Übergang machte der ihren Kopf nunmehr fast zum Platzen brachte, offenbar war nicht mehr viel Zeit den Alton´as zu besiegen, zumindestens nicht mit dem magischen Schatten, doch noch musste sie sich nicht bewegen und das verbrauchte keine Energie.
Alton´as verfolgte sie trotzdem, offensichtlich hatte er ein gutes Gehör das er ihre Schritte so genau verfolgen konnte, sie musste das nächste Mal leiser sein. Gerade fuhr er um die Ecke als er überrascht innehielt, verdammt er hatte sie durchschaut? Egal sie musste in die Offensive gehen. Hastig liess sie sich nach unten herab und zog im Sprung ihr Schwert welches sie mit Schwung auf den Gegner führte. Mit einem lässigen Satz wich er aus und warf den Bogen zur Seite um seine Nahkampfwaffen zu ziehen, ein Zwei-Waffenkämpfer, natürlich auch das noch. Alauniira schwang ihre gerade Klinge in einem Ausfallschritt nach vorne wurde jedoch mit den überkreuzten Klingen ihres Gegners abgewehrt. Dieser hingegen schwang die linke Waffe hoch und drehte sein Handgelenk so ein das er ihr Gesicht treffen hätte müssen wenn sie nicht in die Knie gegangen wäre und den Rücken nach hinten durchgedrückt hätte um sich nach hinten zu lehnen. Schwungvoll, während sie sich mit der freien Hand abstützt, schnellt das Bein hoch und trifft ihren Gegner krachend gegen die Brust. Schnaufend sprang Alton´as zurück und hustete keuchend. Alauniira schnellte hoch und führte ihre Klinge wieder gegen den Jaluk, doch einigermaßen von dem Schreck erholt wehrte er die Schläge ein nach dem anderen ab, während er die Schläge gegen sie ebenso umbarmherzig führte wie sie. Es entstand ein offener Schlagabtausch indem jeder von ihnen Blessuren hinnehmen musste, während ihre Arme angeritzt wurden, hatte er sich verschiedene Schlitzer an der Torso Seite zugezogen, jedoch entbrannte der Kampf ohne schwere Verletzungen bis dahin. Die Konzentration der beiden war bis aufs äusserste gespannt, ein Sieger war nicht ins Sicht...
- Der Test - Barra´an´ar
Es war ungewöhnlich für einen Zweikampf zwischen Drow wenn er eine Stunde überschritt, immerhin waren die Dunkelelfen bekannt für eine schnelle und aggressive Kampfweise doch dieses Mal war es nicht nur ein endgültiger Kampf, sondern auch einer der von zwei möglichen Absolventen der Schule der Schattenherren ausgetragen wurde, Dunkelelfen die eine ganz besondere ausgeprägte Kampfkunst beherrschten und im ganzen Unterreich gefürchtet waren. Mittlerweile hatte Alauniira zur Unterstützung einen Dolch gezogen und kämpfte wie ihr Gegner mit zwei Waffen, das Schild hatte sie schon lange verloren als eben dieser hier sie durch die Höhlen jagte bis sie einen geeigneten Ort gefunden hatte um sich ihm im Kampf zu stellen. Ein feiner Schweissfilm bedeckte ihre Gesicht als die Klingen mit leichtem Funkenschlag aufeinander prallten. Da - eine kurze Unachtsamkeit bescherte ihr einen heftigen Schlag gegen das Kinn mit dem Heft des Säbels. Heftig taumelte sie zurück als schon der nächste Schlag mit der Schneide nach ihr geführt wurde. Im letzten Moment konnte sie mit dem Dolch den Säbel ablenken, doch dennoch bohrte sich die Waffe in ihre Schulter.
Heftige Pein durchzog ihren Körper als die Klinge mit schmatzenden Geräusch herausgezogen wurde um den nächsten Schlag anzukündigen, als Alauniira doch noch ihre Chance witterte senkrecht stiess sie ihren Fuss hoch und traf Alton´as mitten zwischen die Beine worauf einzig ein überraschtes Röcheln zu vernehmen war, wodurch sein schon angesetzter Schlag einiges an Kraft verloren hatte. Sie fing den Schlag einzig durch ihr Kettenhemd ab und stiess ein weiteres Mal das Bein nach oben, um eben jenes Ziel ein weiteres Mal zu malträtieren. Ein fast schon gejammertes Wimmern liess darauf schliessen das auch dieser Tritt sein Ziel nicht verfehlt hatte, natürlich waren sie ebenbürtig, doch die empfindlichste Stelle eines Mannes sollte eben jener auch besser schützen. Ächzend erhob sich Alauniira fast gleichzeitig mit dem zusammensinkenden Alton´as.
Das weitere Ende von Alton´as war unspektakulär, die schlanke Klinge die sie in der rechten führte glitt durch seine Kehle wie ein heisses Messer durch Butter, der Kopf knickte in den Nacken und der Körper fiel fast in Zeitlupe zur Seite weg während Alauniira sich mit dem Arm die Blutspritzer aus dem Gesicht wischte und sich ihre Schulter hielt.
"Nun ich denke wir können gratulieren Barra´an´ar Alauniira Ky´Alur, das war tatsächlich der letzte." klatschend stand er auf einmal neben ihr, Harlic....und L´Elggur....wahrscheinlich standen auch die anderen um sie herum, doch gaben sich nicht zu erkennen. Typisches Verhalten für die Meister der Verlierer. "Ha, ich habs dir doch gesagt!" L´Elggur wieder....den konnte offensichtlich nichts aus der Ruhe bringen. "Ich habe bestanden?" Harlic nickte nur und lächelte auf seine gewohnt respektlose Art. Gewohnt berechtigt respektlose Art, wahrscheinlich war dieser Mann sogar in der Lage die höchste Priesterin Lloths zu töten, sie verstand nun was es hiess ein Teil dieser Schule zu sein, es war eine steter Kampf, eine Lektion das jede Niederlage den eigenen Tod bedeuten kann, sie wusste das es unwichtig war was das Haus befahl, ihr eigenes Überleben für die Schule war wichtig, denn die Schule war nun das was das Leben ausmachte.
- Epilog
Eine wahre Veldriss war eine Meisterin, doch dazu musste sie noch lernen und selber lehren, soviel hatte Harlic es jedenfalls erklärt. Mit einem breiten Schmunzeln hatte er ihr den Talisman angesteckt welcher das Wappen der Schule zur Form hatte und gleichzeitig als Schlüssel für die "Angelegenheiten der Maghtere" diente, jedenfalls hatte es der Einäugige so ausgedrückt.
Nachdenklich blickte sie in den Schlund der Baustelle die Elashinn derzeit darstellte, sie war Jahre weg gewesen und dennoch waren die Arbeiten nach dem Krieg gegen die Valsharess nicht abgeschlossen. Niemand hatte sie gesehen, seit sie die Höhlen von Chaulssin zurückgelassen hatte, sie wollte nicht gesehen werden und eine Absolventin der Valsharen Drow Vel'Xundussa Magthere wurde in solch einem Moment auch nicht gesehen. Das tiefschwarze Wams mit dem Abzeichen wurde kurz glattgezogen und sie verschränkte die Arme als sie immer noch langsam über die Stadt blickte.
Sie war zurück, es war kein Ende gewesen, es war ein Anfang. Das Gesicht Jheakrynas würde interessant werden wenn sie einfach so im Qu´ellar auftauchen würde. Natürlich....ohne Anmeldung.






