Rote Ritterschaft

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Grundsätzlich erweist sich die Struktur der Ritterschaft als chaotisch mit einem deutlich altruistischen Einschlag in der vorgeblichen Zielwahl. Die Grundmotivation der enttäuschten Erwartung offenbart sich wie erwartet als verwundbare Ferse und bietet als externer Fixpunkt die erste Anlaufstelle für Manipulationen jeglicher Art.

Um die Struktur zu festigen wird es unumgänglich sein, auf abstrakte Ziele und Gründe abzuleiten, oder die Ritterschaft wird aus naheliegenden Gründen binnen kurzer Zeit zersplittern. Der Verzicht auf eine festgefügte Hierarchie in Zusammenspiel mit scheinbar geringer Motivation verschiedenster Mitglieder erhöht die Gefahr strategischer und taktischer Fehlentscheidungen, aus kurzsichtiger Orientierung kann nur durch Zufall auch eine langfristige Wirkung erzielt werden.

Nach zwei ausführlichen Gesprächen mit Niria Ta'raskia, der "Verantwortlichen" der Ritterschaft, stelle ich daher Folgendes fest:

Ad Primo: Die Ritterschaft präsentiert sich als oberflächlich verbundene Gemeinschaft, deren Wurzeln eher individuell als in den Zielen zu finden sind. Früher oder später wird es darum zu Konfrontationen über das Vorgehen kommen.

Um dies abzuändern, bedürfte es der Betonung einer Hierarchie oder der Zielvertiefung, was zur Zirkelbildung oder Vergeistigung der Gemeinschaft führen würde.

Ad Secundo: Die Ritterschaft kann unmöglich gegen sämtliche religiösen Vereinigungen bestehen.

Aus diesem Grunde empfiehlt sich zumindest die taktische Gewichtung der vorgeblichen Ziele um damit öffentlich eine klare Linie zu bewahren. Während von Seiten der Diener Arachnans und Malions eine sofortige Feindschaftserklärung erfolgte, halten sich alle lichten Religionen zurück. Es ist zu empfehlen jede Provokation gegen die weltlich erklärten Ziele dieser Gemeinschaften zu unterlassen um zumindest ein halbwegs sicheres Umfeld zu erhalten.

Ad Tertio: Die Ritterschaft wird sich trotz gegenteiligen Bemühens selbst in Richtung einer quasireligiösen Gemeinschaft entwickeln.

Der Erfolgsfall der Bekehrung entwickelt sich möglicherweise zum Rekrutierungsquell, was zur Verwässerung der Ursprungsmotivation führt und zwingend die Fixierung auf abstraktere Ziele erfordert um den Zusammenhalt der Gilde nicht zu verlieren.

Ad Quarto: Die Ritterschaft erweist sich grundsätzlich noch als überaus formbar und kann mit der richtigen Anleitung in verschiedenste Richtungen manipuliert werden.

Nach meiner Einschätzung hat die Ritterschaft primär Bedarf an Führungspersönlichkeiten mit Charisma, Wortgewandtheit und Themensicherheit, weiterhin werden sich gerade in Zukunft Strategiker als wesentlich erweisen. Weitgeknüpfte Kontakte würden die Arbeit wesentlich erleichtern.

Ad Quinto: Ausblick

Die Ritterschaft wird sich binnen Kurzen verändern und entweder Weg und Ziel neu formulieren oder sich in Kleinkriegen verstricken ohne die Aussicht auf Erfolg. Die eingeschlagene Richtung hängt dabei wesentlich von den weiter oben aufgeführten Faktoren ab.
Aktuell wurden dreizehn Personen durch die Ritterschaft entführt, die gegen einen Geistlichen einer lichten Religion eingetauscht werden sollen. Die Ritterschaft scheint sich durch diesen Schritt wohl einiges zu versprechen:

Ad Primo: Öffentliche Aufmerksamkeit.

Dieses Ziel sollte sich erreichen lassen. Die Gefangennahme dieser dreizehn Personen stellt die Ritterschaft in den Augen der lichten Gemeinschaften allerdings auf die Stufe gemeiner Strauchdiebe, auch die öffentliche Meinung wird ungnädig ausfallen.

Ad Secundo: Beweis der Eigennützigkeit der Kirche.

Offenbar geht die Ritterschaft davon aus, dass sich kein Kirchenmitglied zum Austausch bereiterklärt, was der Bevölkerung die Gleichgültigkeit der Glaubensgemeinschaften vor Augen führt. Nach meiner Einschätzung wird es indes ganz sicher zu solch einem Austausch kommen - sich opfern ist für Paladine noch nie eine schwere Übung gewesen.

Ad Tertio: Gefangennahme eines Priesters/Paladins.

Angesichts der geringen Aussichten auf Erfüllung von Punkt 2 ist davon auszugehen, dass das Ziel der Ritterschaft direkt bei einem Glaubenden liegt. Entweder wird ein Bekehrungsversuch unternommen oder die Gottheit des Glaubenden wird herausgefordert um seinen Diener zu retten - was der Bevölkerung die "Ohnmacht" der Götter demonstrieren könnte. Nach meiner Einschätzung ein gefährliches Spiel, das sehr leicht auf die Ritterschaft zurückfallen kann, ohne dass es wirklich etwas zu gewinnen gibt.

Meine persönliche Einschätzung lautet daher im Schluss auf eine taktische Fehlentscheidung, womit sich die weiter oben aufgeführten potenziellen Schwierigkeiten manifestieren.
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