Ordensritter Tyraels

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Inhaltsverzeichnis

OOC-Bemerkungen

Der nachfolgende Text ist als RP Text deklariert und sollte entsprechend behandelt werden. Hier aufgelistete Fakten und Details über das Leben und Wirken der Ordensritter Tyraels oder gar ihrer internen Strukturen und Gesetzmäßigkeiten sind aber keinesfalls Wissensgüter der Allgemeinheit oder frei verfügbar. Einiges kann aufgrund direkt erlebter IG-Ereignisse ins Spielgeschehen eingeflossen sein, andere Details könnten als Hörensagen oder Spekulation kursieren. Selbst Berichte ehemaliger Angehöriger des Ordens sind nicht unbedingt verlässlich, da sie dem beständigen inneren Wandel der Gemeinschaft nicht vollkommen Rechnung tragen können.

Wuerfel.png Bei dem folgenden Text handelt es sich um die Ausführungen eines Charakters, sie stellen damit die persönlich gefärbte Wahrnehmung einer Spielfigur dar.

Diese Spielfigur darf selbstverständlich lügen, polemisieren, auch vor Irrtümern sind Charaktere nicht gefeit.

RP-Texte sollen nicht ohne Absprache mit dem Verfasser geändert werden - selbst Rechtschreibfehler könnten schliesslich Absicht sein.

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Die Gilde im Überblick:

Allgemeines

Die Ordensritter Tyraels wurden als militärischer Arm der Kirche Tyraels ins Leben gerufen um den Schutz der Priesterschaft und des weltlichen Besitzes der Kirche zu gewährleisten. Ihre Festung befindet sich gegenwärtig im Norden der Reichshauptstadt Britain. Von dort wachen sie über die Liegenschaften der Kirche Tyraels , die ihren Stammsitz ebenfalls in der Hauptstadt unterhält.

Bei den Ordensrittern finden gläubige Männer und Frauen gleichermaßen Platz sofern sie über die Bereitschaft verfügen, der Kirche und der Priesterschaft Tyraels zu dienen und diese nötigenfalls mit ihrem blanken Leben zu schützen und zu verteidigen. Gehorsam, Treue und Kameradschaft sind die Säulen auf denen die Gemeinschaft der Ordensritter errichtet ist.

Die Ritterschaft des Lichteinen strebt stets danach, die höchsten menschlichen Ideale zu erreichen. Sie alle haben sich daher den heiligen Tugenden, wie sie im Kodex der letztgültigen Weisheit aufgeführt sind, verschrieben. Nicht wenige Angehörige der Ritter Tyraels sind Geweihte Diener des Lichteinen, oder beschreiten den anfänglichen Pfad zu höheren Weihen.


Gesinnung

Die Ordensritterschaft Tyraels ist fest geprägt vom Glauben an den Lichteinen und daher von rechtschaffen guter Gesinnung.


Kodex

Der Kodex des Ordens der Ritter Tyraels in der Fassung des III. Generalkonzils

Die Natur hat uns zu Söhnen des Zorns und Anhängern der weltlichen Lüsternheiten gemacht, doch durch die über uns waltende Gnade haben wir mit aufmerksamem Ohr die Vorschriften des Kodex der letztgültigen Weisheit erhört, dem weltlichen Pomp entsagt, den leichten Weg, der zum Tode führt, aufgegeben und in Demut den harten Weg gewählt, der zum Leben führt.

Wir sind es, die sich weigern, ihrem eigenen Willen zu folgen und die es dürstet, aus reinem Mut dem Höchsten König als Ritterschaft zu dienen.


Viele sind berufen, aber nur wenige auserwählt. Und so ergeht der Ruf ins Land, denen zu folgen, die Tyrael aus der Masse der Verdammten auserwählt und durch seine Gnade zur Verteidigung der heiligen Kirche, zu Gegnern der Feinde des Glaubens berufen hat.
  • Die Ordensritter Tyraels


Aufgaben

"Jeder Ordensbruder möge gottgefällig leben und die Lehren des Ordens verbreiten in Wort und Tat. Der Orden möge die weltliche Hand der Kirche sein und die geistliche Kraft des Glaubens stützen und bewahren vor den häretischen, unheiligen und verdammenswerten Schergen der falschen, ketzerischen und unheiligen Kirchen. Der Orden steht im Weltlichen wo die Priesterschaft im Geistlichen steht, er hütet die Reliquien und Stätten des Glaubens und ficht mit Schwert und Schild gegen das Unheilige, die Häresie und den Unglauben."
  • Oderin Duranges, Magister Veritatis des Ordens auf dem I. Generalkonzil der Ordensritterschaft

Es gibt eine Sache, die wir als Pflicht betrachten sollen, wie es viele vor uns taten: das Land vor den ungläubigen Heiden verteidigen, den Feinden Ostens Schwerts und Schilds.

Aufgabe des Ordens ist es, die heilige Kirche Tyraels, die Gläubigen Tyraels wie auch die der anderen Lichtgestalten vor der Häresie, der Verlogenheit, den Lügen und Übergriffen der Schattenwesen, Ketzer und Ignoranten, Widersacher des Glaubens, die umherstreifen wie ein brüllender Löwe und suchen, was sie verschlingen, zu schützen. So wie ihre Hände gegen alle sind, so sollen aller Hände gegen sie sein. Vorrangig will der Orden jene schändlichen Ketzer und Verräter an der Kirche aufspüren und gefangen nehmen, so dass sie vor Tyrael und der Welt gerichtet werden und ihre gerechte Strafe erhalten. Des weiteren repräsentiert der Orden, neben der Priesterschaft, auch die Kirche in der Öffentlichkeit und nimmt soziale Aufgaben wahr.


Säulen

Die Feste des Ordens ist auf Drei Säulen erbaut, ohne die das mächtige Bauwerk nicht bestehen kann. Die Drei Säulen sind:

  • Gehorsam - oboedientia

Absoluter Gehorsam gegenüber Tyrael, der Matriarchin, Protector, Magister Veritatis und Princeps. Wer nicht gehorcht bringt die Feste ins wanken! Handelt stets nach dem Grundsatz: "Ein Befehl ist ein Befehl, der befolgt werden muss!"

  • Treue - fidelitas

In Einklang mit dem Gehorsam Treue zu Tyrael, der Matriarchin, Protector, Magister Veritatis und Princeps. Aus der bedingungslosen Treue erwächst die wahre Stärke des Ordens. "Denn wer heute sein Blut mit mir vergießt, soll mein Waffenbruder sein in alle Ewigkeit!"

  • Kameradschaft - sodalitas

Hand in Hand mit der Treue geht die Kameradschaft. Wir alle sind Brüder im Glauben, Streiter Tyraels. Durch gegenseitige Unterstützung erlangen wir Stärke. Wer seine Kameraden hintergeht oder gar verrät, begeht damit auch Verrat an Tyrael und all seinen Gläubigen! "Wir schöpfen unsere Kraft aus Tyrael und unseren Brüdern!"


Verhaltensmaßregeln

I. Zum Auftreten in der Öffentlichkeit

Präludium: Uns zur Warnung

Das aber geschieht uns zum Vorbild, damit wir nicht am Bösen unsre Last haben, wie andere sie haben: Werdet nicht auch Götzendiener, wie einige von ihnen es wurden. Auch lasst uns nicht Hurerei treiben, wie einige von ihnen Hurerei trieben; denn all ihr Tun will gesühnt werden. Murrt auch nicht, wie einige von ihnen murrten und nur noch Falschheit in ihren Worten sich findet. Dies widerfuhr ihnen als ein Vorbild. Es ist aber geschrieben uns zur Warnung, die wir aufnehmen wollen bis das Ende der Zeiten gekommen ist.

Und darum möge, wer da meint er stehe, zusehen dass er nicht falle wie sie gefallen sind.
  • Ilendan Dorran "Das Flammenschwert der Wahrheit schwebt über den Wankelmütigen"
  • Der Ordensbruder und die Ordensschwester führt ein Leben nach den Regeln des Ordens. Leben und Handeln der Ordensmitglieder richtet sich aber zu jeder Zeit nach den heiligen acht Tugenden und Prinzipien des Herrn Tyrael. Seinen ganzen Fleiß richtet das Ordensmitglied darauf, Tyrael fromm zu dienen. Er verweigert niemals dem Orden die Gefolgschaft und ist stets bereit für seinen Glauben zu kämpfen. Die Regeln und Gebote des Ordens bestimmen das Verhalten eines Ordensritters zu jeder Zeit. Besonders in der Öffentlichkeit ist es daher unerlässlich, Disziplin zu wahren und stetiges Vorbild zu sein. Streitigkeiten werden untereinander, keinesfalls in der Öffentlichkeit oder gar vor Widersachern der Kirche ausgetragen.
  • Die Gewandung der Ordensritter Tyraels ist der Wappenrock, mit dem strahlenden Ordenswappen auf der Brust, darunter die Rüstung von schimmernder Farbe, gleich dem Blau des Meeres. Allein der Protector, der Princeps und der Magister Veritatis vermögen durch Anordnung eine andere Kleiderordnung erlassen. Der Ordensritter besitzt das Recht, den Schild mit dem Ordenswappen darauf zu tragen. Der Ordensritter achte stets auf Aussehen und Zustand von Rüstung und Kleidung, denn sie sind die Zeichen seiner Zunft. Auch lege er großen Wert auf die Reinlichkeit seines Körpers, denn dieser beherbergt die Seele, die Tyrael gehört. Ordensbrüder und Ordenschwestern halten ihr Haar, so es lang gewachsen ist, mit einem Bande im Zaum.
  • Ein Ordensritter Tyraels mag sich allen weltlichen Dingen hingeben, so sie denn ehrbar wie ruhmvoll sind und Tyrael zum Wohlgefallen gereichen. Das Ideal eines "Mönchsritters" ist ein hohes, aber dennoch erstrebenswertes. Der Genuß von Alkohol und die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen die dem Vergnügen dienen und der Besuch von Festivitäten ist gestattet, solange sie in Einklang mit den Tugenden zu bringen sind. Ehrbar und Ruhmvoll sind sicher auch Turniere die bisweilen stattfinden, so ihr Reglement einen fairen und ausgeglichenen Kampf garantiert und der Einsatz von Giften und Magie etc. ausgeschlossen wird.
  • Der Freitod ist dem Ordensmitglied verboten und ewig sei der verdammt, der ohne göttliche Fügung und durch eigne Hand dem Herrn im Jenseits gegenübertritt. Kein Ordensmitglied darf den freien oder gewaltsamen rituellen Tod dulden, der an Gläubigen verübt und vollzogen wird. Die Dämonen des Schmerzes nähren sich an der Qual, die solchem Tode eigen sind und dies gegen den Willen des Lichteinen. Der einzige Tod, dem sich das Ordensmitglied verschreiben darf, ist der Tod im Dienste an Tyrael. Der Freitod durch eigene Hand hingegen sei verdammt als Häresie und nicht geduldet.
  • Der Priesterschaft des Lichtes zollt der Ordensritter Respekt und Gehorsam. Ehrfürchtig und voller Demut tritt er den Geweihten gegenüber; ebenso betritt er geheiligten und geweihten Boden.
  • Niemals wird ein Ordensritter seine Stimme erheben wenn er den Worten der Geistlichkeit lauschen soll und niemals wider die Erwählten des Lichteinen sprechen. Der Ordensritter wählt seine Worte der Geweihtenschaft gegenüber mit Bedacht. Er kennt die entsprechenden Titulaturen und nutzt diese.
  • Den Paladinen, die sich eines reinen Herzens und Gewissens rühmen können, begegnet der Ordensritter ebenfalls mit angemessenem Respekt und ausgesuchter Höflichkeit, doch ist er nicht verpflichtet Weisungen entgegenzunehmen.
  • Der Status innerhalb der Kirche des Tyrael ist der eines Ordensritters. Die Anrede unter den Ordensrittern ist je nach Geschlecht "Bruder" oder "Schwester" Ausgenommen hiervon sind die erhabenen Ordensgeschwister die von Tyrael in den Geweihtenstand berufen wurden. Für sie gelten die üblichen Anreden innerhalb der Gemeinschaft aller Gläubigen. Der Rang des Ordensritters ist nur innerhalb des Ordens von Bedeutung. Es steht keinem zu, sich in der Öffentlichkeit als Ritter zu bezeichnen; ebenso dürfen sich Tempelgardisten niemals mit den Gardisten des Reiches oder anderer freier Städte gleichsetzen.

II. Vom Kriege

Präludium: Die geistliche Waffenrüstung

Isidor spricht: Seid stark im Herrn und in der Kraft seiner Macht. Zieht an die Waffenrüstung Tyraels, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Angriffe des Bösen. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich den Häschern der Welt, die in der Finsternis herrschen mit den bösen Geistern aus den Abgründen. Deshalb ergreift die Waffenrüstung Tyraels, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld halten könnt. So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit und an den Beinen gestiefelt, bereit einzutreten für die heiligen Tugenden des Herrn. Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile der Dunkelheit, und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Tyraels.

Betet allezeit mit Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit im Gebet für alle Heiligen und für mich, dass mir das Wort gegeben werde, wenn ich meinen Mund auftue, freimütig den Kodex der letztgültigen Weisheit zu verkündigen, dessen Bote ich bin in Ketten, dass ich mit Freimut davon spreche, wie ich es muss.
  • Hildebold Gerkenschwig "Isidor spricht"
  • Wir sollen den Frieden wollen und den Krieg nur aus Notwendigkeit führen, denn man sucht nicht den Frieden, um den Krieg vorzubereiten, sondern man führt den Krieg, um Frieden zu erlangen. Seid also friedfertig selbst im Kampfe, um durch den Sieg jene, die ihr bekämpft, zum Friedensglück zu bringen.
  • Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, aber die Seele nicht töten können; fürchtet euch auch nicht vor dem, der Leib und Seele kann verderben in den Abgründen. Denn Tyrael hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.
  • Zur Freiheit hat uns Tyrael befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auferlegen. Darum seid fest, unerschütterlich und nehmt immer zu im Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass Eure Arbeit nicht vergeblich ist in Tyrael, dessen Joch Sanft ist und Seine Last ein leichtes.
  • Die zu führenden Waffen mag er selbst wählen, allein das Schwert hat er stets bei sich zu führen und beachte entschieden die Heiligkeit der gewählten Waffe und verdamme Gift, Tinkturen und Zauberei, denn das Leben darf er nur durch seine eigene Hand nehmen und schenken und niemand einen unehrenhaften Tod zufügen, denn es soll ein gerechter, gottgewollter sein. Für den Ordensritter ist das Schwert viel mehr als eine Waffe. Es ist ein Instrument der Herrlichkeit Tyraels, der Todesbote für Seine Feinde, dessen donnernder Schlag ein Gebet an den Herrn selbst ist.
  • Kämpft entschlossen und mit starker Hand. Haltet hoch die Banner der Tugenden, die der Herr uns gegeben standhaft zu sein, uns einzusetzen für andere, sei es auch zu einem hohen Preis, Seinen Namen zu achten und zu verteidigen. Tragt den Willen Tyraels als Eure Fackel und vertreibt mit ihr die Schatten. Seid wachsam und stark. wisset, dass hinter den närrischen Zweifeln der Schwachen das Böse lauert.

Besondere, Ehemalige und Tote des Ordens der Ritter Tyraels

Eine Aufstellung derer, die unter den stählernen Fittichen des Ordens ihren Dienst versehen, durch eigenen Entschluss oder höhere Fügung ausschieden oder in Erfüllung ihrer Heiligen Pflicht den Tod fanden.

Besondere Mitglieder der Ritterschaft

Patroklos, Paladin der Tapferkeit, durch Eid miles ad hominem

Ehrenmitglieder des Ordens

König Lamarit I. von Britain, Herrscher des Britannischen Reiches

Für seine Verdienste um das Reich und sein Volk soll er uns auf ewig in Erinnerung bleiben.


Ehemalige Mitglieder der Ritterschaft

Steven Raleigh, ehemals Princeps des Ordens, in Erfüllung seiner Heiligen Pflicht gefallen

Jean Morou, zuletzt Protector des Ordens, aus dem Dienst ausgeschieden

Ka'hin Raleigh, Gardistin, aus dem Dienst ausgeschieden

Uriel Echylon, Ritter des Herrn, in Erfüllung seiner Heiligen Pflicht gefallen

Cesar Corbet, Novize, in Erfüllung seiner Heiligen Pflicht gefallen

Melina saba Zhaj, Novizin, in Erfüllung ihrer Heiligen Pflicht gefallen

Anerenya, Gardistin, in Erfüllung ihrer Heiligen Pflicht gefallen

Yberion, zuletzt Ritter des Ordens, unehrenhaft aus dem Dienst entlassen

Itarion, zuletzt Rekrut, aus dem Dienst entlassen



Legenden

Bis zur offiziellen Anerkennung durch die Kirche Tyraels

I. Die Wurzeln

Einst gab es den Orden der Ritter des Kreuzes. Unter dem Befehl des Oberhauptes, Agonas Da’nar, sammelten sich junge Ritter, um ihn und die Kirche zu schützen. Unter diesen Rittern waren auch die heute noch wohlbekannten Gerron von Rabenstein und Jasmin, welche beide zu Rittern des Kreuzes geschlagen wurden. Agonas starb einen unerwarteten Tod und seine Nachfolge war nicht geregelt. So wollten viele der Ritter die Nachfolge antreten, andere aber verließen den Orden. Letztlich wurde der Orden aufgelöst und die meisten der Mitglieder verstreuten sich in alle Himmelsrichtungen, nur wenige hielten noch engen Kontakt zueinander. Um diese Kerngruppe sammelten sich aber bald neue Jünger Tyraels, die ihrem Herrn ebenso dienen wollten, wie es die Ritter des Ordens der Kreuzritter getan hatten. Wieder erlangte man die Anerkennung als Ordensgemeinschaft: der Orden der Kirche Tyraels war geboren. Für einige Zeit standen die Dinge recht gut für den Orden, die Ritter erlangten großes Ansehen und man zollte ihnen großen Respekt. Doch auch der Führer dieses Ordens starb überraschend und viele seiner Nachfolger taten es ihm gleich. So begannen die Ritter ihre eigenen Netze zu spinnen. Man brachte ohne wissen des Oberhauptes neue Rekruten in den Orden ein, unprovozierte Angriffe gegen Außenstehende nahmen zu, die Prinzipien des Ordens rückten in den Hintergrund und wurden schließlich ganz verdrängt. Doch man wollte den Orden nicht kampflos dem Untergang preisgeben und so wurden noch zwei Rettungsversuche unternommen, die Hierarchiestrukturen wieder herzustellen. Der erste fand unter einem Mann namens Crovax statt, der zweite unter Ihrer Heiligkeit Zorera, Matriarchin des Tyraelkultes und Nachfolgerin von Agonas Da’nar; doch scheiterten beide. Schließlich sah Zorera keine andere Möglichkeit mehr, als die Führung des Ordens aufzugeben und die offizielle Anerkennung als Orden der Kreuzritter rückgängig zu machen. Auch diesmal verschwanden viele Ritter in alle Windrichtungen. Doch viele hielten weiterhin an den Prinzipien des Ordens fest und so kann man davon ausgehen, dass, obwohl viele der ehemaligen Mitglieder bald anderen Gemeinschaften beitraten, der Orden der Kirche Tyraels auch heute noch existiert. Allerdings sollte es nicht der letzte Orden im Dienste der Kirche sein.

II. Zwei Seelen - ein Plan

Einige Zeit nach der Auflösung des Ordens der Kirche Tyraels wurden neue Pläne geschmiedet. Zorera sah die Zeit gekommen, da die Kirche wieder einen eigenen Orden brauchte. So beauftragte sie Oderin Duranges, ihren Scolaren und engen Vertrauten, damit, geeignete Leute für einen solchen Orden zu finden, der die Kirche und die Gläubigen beschützen sollte. Und es war in der Tat Zeit: die Verwüstungen und Schändungen der heiligen Stätten wie auch Übergriffe auf Pilger und Priester wurden ständig zahlreicher. Manch Gläubiger traute sich bald nicht mehr, die Kathedrale in Britain zu besuchen. Und so kam es wohl auch, dass ein anderer ebenfalls den Drang verspürte, die Kirche und den Glauben zu verteidigen: Jean Morou, Paladin und Ritter des Kreuzes durch Agonas, Mitglied im Orden der Kreuzritter wie auch im Orden der Kirche Tyraels. Als einer der Vernünftigeren hatte er sich nicht an den Ausschweifungen vieler seiner damaligen Kameraden beteiligt und empfand auch tiefe Trauer über die Auflösung. Doch sah er auch ein, dass es für beide Orden keine Zukunft mehr gegeben hatte. Jean war inzwischen bei der Allianz aus Schwert und Stab untergekommen, deren Mitglied auch sein Mitstreiter aus Zeiten des Ordens der Kirche, Gerron von Rabenstein, war. Oderin und Jean trafen sich eines Tages, ob nun zufällig oder nicht sei dahingestellt, und vertieften sich in ein Gespräch, in dessen Verlauf sie ihre Ansichten über einen neuen Orden der Kreuzritter austauschten. Die moralischen Wertvorstellungen müssten hochangesetzt sein und man bräuchte strenge Regeln wie auch feste Prinzipien. Schon bald darauf fanden sich weitere Streiter.

III. Die Runde der Gläubigen

Noch am gleichen Abend fand sich Oderin mit Duncan Wood in der Taverne von Britain ein. Die beiden waren sich schon seit längerem bekannt. Duncan tauschte sich gern mit dem Scolaren über Glaubensfragen aus und Oderin war froh, einen so tiefgläubigen Mann gefunden zu haben. So setzten sie sich an einen Tisch und begannen eine Diskussion über den Kampf des Lichtes gegen die Schatten im Osten. An einem Nebentisch hörte der junge Steven Raleigh eher unfreiwillig große Teile des Gesprächs mit an. Der Krieger war gerade erst, unter anderem aufgrund von Glaubenskonflikten, aus der Gemeinschaft der Wächter ausgetreten und rätselte nun, wohin sein weiterer Weg ihn führen würde. Obwohl Steven ihn nicht näher kannte, war er stellenweise von Duncans Tatendrang und Idealismus, was den Kampf gegen Namoth anging, beeindruckt. Schließlich fasste Steven sich ein Herz und fragte höflich, ob er sich der Runde anschließen dürfe. Oderin und Duncan nahmen ihn wohlwollend auf und banden ihn sogleich in die Diskussion ein. Bald darauf erschien auch der Paladin Jean wieder und schloss sich ebenfalls der Gesellschaft an. Zunächst hörte er stillschweigend zu, bevor er sich an Duncan und Steven wandte und sie nach ihrer Einstellung zur Kirche Tyraels fragte. Beide antworteten, dass ihr Glaube an den Lichteinen stark sei und dass sie auch die Kirche unterstützen würden. Daraufhin offenbarte Jean den beiden noch Unwissenden seine Idee von einer „Garde der Kirche“. Oderin jedoch war der Ansicht, diese Angelegenheit nicht an einem so öffentlichen Ort wie der Taverne zu besprechen, also zog man sich auf eine kleine, abgelegene Insel zurück. In aller Schnelle berichtete Jean den anderen die Geschichte des Ordens der Kreuzritter wie auch die des Ordens der Kirche Tyraels, woraufhin Oderin die Pläne für einen neuen Kirchenorden ausführte. Duncan und Steven waren von diesen Plänen begeistert und fest entschlossen, sich diesem Orden anzuschließen. Zuvor jedoch brauchte man noch weitere Streiter Tyraels und, was noch viel wichtiger war, einen Kodex, die Grundmauer eines jeden Ordens. Bis tief in die Nacht hinein wurde beredet, was dieser beinhalten sollte – und noch immer gab es viel zu tun.

IV. Zwei weitere Streiter

Der Grundriss des Ordens war also fertiggestellt, doch um das Werk zu voller Pracht zu bringen war noch einiges an Arbeit nötig. Während die einen also den Kodex erarbeiten, gingen die anderen auf die Suche nach weiteren potenziellen Rittern für den neuen Orden. Bald schon hatte man Erfolg: Oderin führte Malagen Datara in die Gemeinschaft ein. Malagen, ein Mann von tiefem und festem Glauben, hatte sich schon früher für die Leibwache der Matriarchin gemeldet und wollte nun auch dem Orden beitreten. Auch Jean stellte der Gemeinschaft einen weiteren Kämpfer vor: Uriel Echylon. Wie Malagen und alle anderen war auch Uriel vom tiefen Glauben an Tyrael und seine Seraphim erfüllt. Beide wurden wohlwollend aufgenommen und der Orden wuchs somit auf sechs Mitglieder. Noch während sich die Neuen einlebten, was ihnen nicht sonderlich schwer fiel, wurde der Kodex aufgesetzt.

V. Die Hierarchie

Mit der Aufstellung des Ordens hatten sich die sechs Männer ein großes Ziel gesetzt, denn man wollte Mönch und Ritter in einer Person vereinen. Ein ganzer Orden sollte so Leben, wie es die Paladine tun. Doch gleichzeitig mussten auch die Eigenarten der verschiedenen Professen geachtet werden. Eine Dreiteilung der Mitglieder war unumgänglich. Führer des Ordens und somit Befehlshaber über alle Truppenteile sollte der Protector sein. Dieser musste die Vereinigung von Mönch und Ritter in besonders hohem Maße darstellen, ja sogar verkörpern. Es kam also niemand anderes als ein Paladin in Frage: Jean Morou. Als Stellvertreter in Abwesenheit und Nachfolger im Todesfalle wurde der Rang des Princeps gewählt. Wenn möglich sollte dieser selbst ein Paladin oder zumindest Knappe sein. Doch gab es unter den sechsen keinen solchen und so erwählte man den mit der bisher größten Kampferfahrung unter den Verbliebenen: Steven Raleigh. Allerdings stieß man auch auf ein Problem: Priester, so hoch gestellte Geistliche, würden sich wohl kaum einem Befehlshaber gleich welcher Art unterstellen, außer dem Willen des Herrn Tyrael selbst. Da aber der Orden hauptsächlich Aufgaben militärischer Natur übernehmen würde, wurde zwangsläufig ein Kämpfer als Oberhaupt gebraucht. Es blieb also nur eine Möglichkeit: die Priester, welche dem Orden beiträten, würden, neben ihren anderen Pflichten, eine beratende Position einnehmen, der oberste unter ihnen als Magister Veritatis – Meister der Wahrheit. Niemand würde ihnen Anweisungen geben dürfen, genauso wie auch die Priester selbst keine Befehlbefugnisse über den streitenden Teil des Ordens hätten. Die übrigen Mitglieder teilte man in zwei Gruppen: zum einen die Krieger und Schützen, unterschieden durch die Ränge Ordensritter und Tempelgardist, im „Streitenden Flügel“, zum anderen Magier, Handwerker und andere als „Auxiliartruppen“.

VI. Die Aufgabenstellung

Zu der Zeit, als Zorera Oderin den Auftrag zur Aufstellung des Ordens erteilte, war die Aufgabe zunächst sehr deutlich abzusehen: Die Bedrohung durch die Rote Ritterschaft hing über den Köpfen der Gläubigen wie ein Damoklesschwert, die Geweihte Tiara Rontre war sogar von diesen Ketzern entführt worden. Der neue Orden sollte also den Schutz der Pilger und Geweihten, wie auch der heiligen Stätten gewährleisten, Rote Ritter gefangen nehmen oder töten und so, wenn möglich, die Ritterschaft zerschlagen. Doch was sollte sein, wenn diese Bedrohung irgendwann ausgeschaltet wäre? „Einen Geist ohne Zweck wird es zu dunklen Orten treiben“ heißt es, also mussten schon jetzt weitere Aufgaben definiert werden. Freilich, es gab noch andere Verbindungen, die der Kirche Tyraels feindlich gesinnt waren, genannt seien hier stellvertretend nur die Nok’Tau Malions. Doch ein Kirchenorden, dessen Handwerk lediglich im Töten von potenziellen Feinden bestand, war nicht gern gesehen, das hatte die Geschichte des Vorgängerordens gezeigt. Einen Ausgleich zur Kriegskunst brauchte man also. Naheliegend war neben dem Schutz der Geweihten auch die Repräsentation der Kirche. Doch man wollte mehr tun, mehr noch für das Volk. So entschieden sich die sechs sich auch aller Aufgaben im sozialen Bereich anzunehmen, die anfielen oder an den Orden herangetragen wurden.

VII. Die Drei Säulen und der Kodex

Ein weiterer Punkt dessen sich wohl alle von Anfang an bewusst waren: wollte man einem solchen Verfall der Prinzipien, wie er bei den Vorgängerorden stattgefunden hatte, entgegenwirken, musste das Regelwerk strikt, die Bestrafungen für Vergehen hart sein. Auch mussten die Rekruten sorgfältig ausgewählt werden. Als Basis für den Kodex schaffte man Drei Säulen: Gehorsam, Treue und Kameradschaft. Auf diese Säulen bauten alle der vielen Regeln zu den Umgangsformen auf. Auch eine Kleiderordnung wurde festgelegt, um bei allen Unterscheidungen durch Professen und Ränge doch eine Gemeinschaft darstellen zu können. Durch die aufgestellten Regeln waren die Moral- und Wertvorstellungen hoch angesetzt; schnell zeichnete sich so ein grundsätzliches Dilemma ab: einerseits sollten Aspiranten den hohen moralischen Ansprüchen des Kodex gerecht werden, doch stellte sich auch die Frage, ob man zu wählerisch bei der Auswahl neuer Rekruten sein sollte, wo man doch jeden Mann so dringend brauchte. Letztlich entschieden sich die sechs Gründer für ersteres: Rekruten würden durch den Magister Veritatis einer eingehenden Prüfung des Glaubens unterzogen. Fällt diese zufriedenstellend aus, liegt es einzig und allein an der endgültigen, unanfechtbaren Entscheidung des Protectors, ob ein Freiwilliger zum Noviziat zugelassen wird oder nicht. Auch das Strafmaß für Vergehen der Ordensmitglieder würde nur im Ermessen des Protectors liegen.

VIII. Der Treueeid

Es genügte den Sechsen jedoch nicht, Rekruten allein durch den festen Glauben und gleiche Prinzipien an den Orden zu binden. Man brauchte einen Eid bedingungsloser Treue, der nach dem Ende des Noviziats noch einmal bekräftigt werden sollte. Und noch mehr: nicht nur dem Orden sollte der Rekrut die Treue schwören, auch der Kirche und den Gläubigen Tyraels. Auch die Aufgaben des Ordens sollten genannt werden. Schließlich lautete die Frage: „Schwört ihr, jedem Tyraelgläubigen zu helfen, den Glauben mit Wort und Waffe zu verteidigen, niemals den Orden ohne die Erlaubnis des Protectors zu verlassen und das Euch anvertraute Tempelgut zu behüten?“ Was aber sollte der Rekrut nun als Gegenleistung einbringen, sollte er den Schwur brechen? Dinge wie Gold, Waffen und andere materielle Dinge waren in diesem Falle gänzlich nichtig. Auch wollten die Gründer nicht das Leben einfordern, obgleich ein Eidbruch freilich einen Akt des Verrats darstellt. Schließlich fand man eine Antwort: „Ich schwöre bei meiner Seele und gelobe Tyrael meine Treue!“

Sollte sich ein Aspirant am Ende seines Noviziats für den Verbleib im Orden entscheiden, musste dieser Eid noch bekräftigt werden; es blieb dieselbe Frage, doch die Antwort war eine ungleich kräftiger: „Ich schwöre bei meiner Seele und gelobe Tyrael, der Kirche und dem Orden meine Treue!“ Doch dies genügte den Sechsen noch immer nicht. Einem jeden Ordensmitglied sollten Neue die Treue einzeln schwören. Hierzu würden sich der Aspirant und ein Ordensmitglied die Rechte auf die rechte Schulter legen: „Von Bruder zu Bruder, der Eure, bis in den Tod!“

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