Lethentywiriel

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Inhaltsverzeichnis

Für den eiligen Leser

  • Einordnung: Kategorie:Artefakt, ein Schwert aus Blutfels
  • Schöpfer: Unbestätigt, ein Schmied namens Ruthan
  • Besitzer: Unbekannt
  • Beinamen: Albiel, Herzensbrecher, Nachtkuss, Scilax
  • Sonstiges: /

Aussehen

  • ein rotes Langschwert

Beschreibung

Lethentywiriel weist die klassische Form des Langschwertes auf, dabei weisen verschiedene Eigenheiten deutlich auf die Vorlieben der damaligen Epoche hin:

Bei einer Gesamtlänge von knappen 96 Halbfingern entfallen gute 69 Halbfinger auf die nur einseitig geschliffene Klinge. Die geraden Parierstangen formen sich zu ausgestreckten, aber natürlich unproportional wirkenden Armen, die in geballten Fäusten enden. Würde man das um den Griff gewickelte dunkle Leder entfernen, könnte man sehen, dass der dürre Körper hier zu einem Hals fortgesetzt wird, der schliesslich im Knauf einen kahlen Kopf mit geschlossenen Augen und Lippen formt. Die groben Züge wirken nur vage menschlich.

Eine doppelte Hohlkehle verringert das Gewicht der Klinge, erweckt jedoch deutlich den Anschein, als wäre der zweiseitige Schliff vorgesehen gewesen - warum dieser bei der Herstellung nicht vervollständigt wurde, muss fraglich bleiben. Sicher ist, dass er nicht nachträglich angebracht werden kann: Die Waffe scheint gegen jede materielle Gewalteinwirkung gänzlich unempfindlich. Anders als bei vergleichbar unempfindlichen Stücken geht dies jedoch nicht auf Kosten der Flexibilität, Lethentywiriel bleibt biegsam.

Offenkundig ist neben der dunkelroten Farbe des heute nicht mehr gefundenen Blutstahl der Lahamer Kette auch das charakteristische Wellenmuster gefalteten Stahls - angesichts der Unzerbrechlichkeit der Waffe entweder ein Hinweis auf die Eitelkeit des Schmiedes oder darauf, dass diese spezielle Eigenheit erst nach der Fertigstellung eingefügt wurde.

Engine

Eigentlich ein Hackbeil, dem das Aussehen eines Langschwertes gegeben wurde, daher kann die Waffe zwar von jeder Rasse und Klasse genutzt werden, es ist aber nicht möglich die Spezialattacken anzuwenden. Lethentywiriel hat drei ungewöhnliche Engineattribute:

Fähigkeiten

  • konvertiert ihren Besitzer zu Diablo und verläßt ihn nach Erfolg

Lethentywiriel wurde einst von einem Schmied namens Ruthan geschmiedet, dessen Geist weder im Leben, noch im Tod von dieser Waffe lassen konnte. Er ist noch heute an die Klinge gefesselt.

Diese Verbindung sorgte für den unheilvollen Einfluss der Waffe auf ihre Besitzer, der in verschiedenen Quellen beschrieben ist, seit die Waffe vor Monaten einigen Diablokultisten im Rahmen der Suche nach dem Herz des Waldes in die Hände fiel, wurde der Fluch deutlich verändert: Der Einfluss des Herren des Schreckens zementierte die Bindung des armen Geistes an die Waffe, fügte jedoch deutlich offensivere Aspekte hinzu: Seitdem besitzt die Waffe die Fähigkeit den Geist ihres Besitzers unablässig zu attackieren, Verführungen und Versuchungen einzuflüstern, die weit mehr sind als nur Überzeugungsarbeit, sondern von echter starker Beherrschungsmagie begleitet werden.

Die dafür notwendige Energie zieht die Waffe entweder aus der Lebenskraft von ihr verletzter Opfer oder zur Not direkt aus der Umgebung, was zu ungewöhnlichen Alterungseffekten bei unbelebten Objekten im Umkreis der Waffe führt.

Gelingt es Lethentywiriel ihren Besitzer zu konvertieren, wird sie alsbald einen neuen Besitzer suchen.

Die Umsetzung der Beherrschungsmuster weisen eine eklatante Schwäche auf: Sie wirken nur in geringer Umgebung, so dass der Einfluss des Schwertes beschränkt wird, gibt es eine räumliche Trennung vom Besitzer ist keine Beeinflussung mehr möglich. Hält diese Trennung an, wird das Schwert einfach den nächsten Lebenden als neuen Besitzer wählen. Ein positiver Nebeneffekt tritt dabei auf: Vormalige Besitzer teilen nicht mehr das Waffenpech vormaliger Träger Lethentywiriels.

Geschichte

Von vielerlei Mythen umrankt ist der Stahl, den die Bergleute in mühsamster Arbeit aus der Lahamer Kette bergen, das Metall dem eifersüchtigen Griff der Erde entreissend, die sich immer wieder zornig schüttelt und einen hohen Blutzoll fordert.

Daher, so spricht man, stammt auch die Farbe der Beute - von dunklen roten Adern durchzogen, als wären die zerschmetterten Glieder der Bergmänner von den Felsen aufgenommen worden. Anders als oft behauptet findet man dabei keineswegs nur dieses Metall, sondern weit mehr gewöhnliches Eisen, bisweilen auch Kupfer und Silber, extrem selten wird auch der Fund von Blau- oder Schwarzstahl erwähnt - tatsächlich verläßt in drei Monden kaum genug des roten Metalles den Berg um für eine einzige Klinge zu reichen. Die Seltenheit der Funde sorgt dafür, dass die Verarbeitung nur wirklichen Meisterschmieden überlassen wird - der Preis, der für eine aus Lahamer Blutstahl gefertigte Waffen verlangt und gezahlt wird, reicht in manchen Gegenden aus um eine kleinere Baronie zu erwerben. Solcherart zu einer Klinge veredelter Stahl nimmt gewöhnlich eine ganz und gar rote Farbe an, die feinen Adern verdichten sich unter der formenden Kraft des Schmiedehammers, bis sie eine ganze einheitliche Fläche bilden, deren Kanten und Abschlüsse sich nur aus der Nähe ersehen lassen.

Schwerter aus dem Blutstahl der Lahamer Kette gelten als unzerbrechlich, solange ihr Besitzer ihnen mindestens einmal im Monat einen herzhaften Trunk gestattet, ihre überragende Zähigkeit und Geschmeidigkeit machen sie zu idealen und treuen Schlachtgefährten."
  • Compendium Chalybis, um 750 v.Z.
Ein Schatz, ein echter Schatz. Selbst jetzt noch zittern meine Hände und vermögen die Feder kaum zu halten, allein die Erinnerung läßt das Blut in meinen Adern kochen. Ach, wenn mein Herr Vater dieses mein Entzücken doch sehen könnte! Nie hatte ich etwas vom groben Kriegshandwerk gehalten und nur Verachtung für die stundenlang im Hofe übenden Knechte übrig gehabt - aber heute wünschte ich, damals den Wünschen meiner Lehrer gefolgt zu sein.

Welche Untertreibung findet sich allein in dem Wort "Schwert" - und doch muss dies genügen. Wie könnte ich auch das plötzliche Sehnen in meiner Brust in Worte fassen, als ich so unverhofft auf diese Waffe stieß, den schwarzen Samt beiseiteschiebend, der sie züchtig verborgen hatte.

Bei allen Göttern - ich bin verliebt."
  • Aus den privaten Aufzeichnungen Durmis Trautmanns, um 610 v.Z.
Der allgemeine Niedergang ist das Zeichen dieser unserer Zeit. Selbst die Entdeckungen, die allerortens als Wunder angepriesen werden, sind nicht mehr als das letzte Aufbegehren vor dem Untergang, den Gasen gleich, die den toten Fisch an die Oberfläche treiben. Verächtlich! Das Erbe der alten Zeit ist längst verloren und die Jugend trampelt auf den Gräbern herum ohne es zu merken. Das sagenhafte "Lemendir Althalis" ist Vergangenheit und seine Lehren hallen nur noch hohl in den Köpfen der wenigen Wissenden. Das sagenhafte reiche Kerah ist in den trüben Fluten der göttlichen Eifersucht ebenso versunken, wie der Zauber der Lahamer Kette, in der sich längst kein Quentchen Metall mehr findet."
  • Vergänglichkeit, um 540 v.Z.
Reichtum und Pracht sind das Kalkül um die mißtrauisch zurückhaltenen Kaufleute zu beeindrucken und auf die Seite zu ziehen, der Schlüssel um das bislang aufrechterhaltene Gleichgewicht zu brechen. Die alten Wertvorstellungen von Ehre und Pflicht gelten diesen Emporkömmlingen nichts, ihr einziger Herr ist das Gold und so führt der Weg zu ihren Herzen nur darüber. Teure Geschenke sind das Wahl der Mittel, am besten in die Zeichen gehüllt, die sie nie haben werden: Titel, Würden, Ländereien, kostbare Schilde und wertvolle Waffen. Beschenkt sie und sie werden ihr Mißtrauen auf ihre bisherigen Freunde richten, statt auf Euch. Dem vortrefflichsten, dem angesehensten unter ihnen schenkt Herzensbrecher als Zeichen eures Vertrauens. Kein Krieger könnte sie so tödlich führen, wie es diese simple Geste erlaubt."
  • Aus einem privaten Brief von Antonio Maracel an seinen Fürsten, 467 v.Z.
Höre also mein Sohn, dass Hochmut und Stolz stets zu Leid und Kummer führen. Vor langen Jahren gab es einen von den Göttern gesegneten Schmied mit dem Namen Ruthan, dessen einziges Sinnen und Wollen es war, der Meister seiner Zunft zu werden. Jahrein, jahraus arbeitete er an ungezählten Stücken, Helmen, Schwertern, Messern, Harnischen, Schilden und dergleichen mehr, ohne jemals auch nur ein Stück zu vollenden. Dabei waren die von ihm geschmiedeten Dinge nicht fehlerhaft, sie hätten vor den prüfenden Augen jedes Schwertmeisters bestanden, Ruthan jedoch war es nie zufrieden.

In seiner Besessenheit wurde er verbittert und einsam, er nahm kaum wahr, dass Frau und Kind seinen Hof verließen, denn für ihn gab es nur das heisse Feuer der Esse, den Hammer und den Stahl, den er unermüdlich immer wieder neu bearbeitete. Unzählige Abenteurer wurden ausgesandt um die Geheimnisse der Zwerge und Elfen zu rauben. Schliesslich verkündete Ruthan, dass er bereit sei sein Meisterstück zu schmieden und selbst im fernen Kerah vernahm man dieses Wort und stellte dem Schmied das geforderte Metall zur Verfügung: Blutstahl aus der Lahamer Kette. Mehr als ein Dutzend Jahre arbeitete Ruthan an seinem Meisterstück und sein Stolz war groß genug um nicht die geringste Verzierung in die Waffe zu arbeiten, kein Zierat sollte von ihrer Pracht ablenken. Schliesslich, am ersten Tag des Winters, wurde das Schwert im frisch gefallenen Schnee zum letzten Mal abgekühlt, dann geschliffen und poliert. Lethentywiriel - so sprach er der Waffe ihren Namen zu und umwickelte den Griff mit der Haut einer Wüstenechse. Als jedoch der Bote Kerahs erschien um die Glückwünsche auszusprechen und das Schwert entgegenzunehmen, da wollte er sich nicht mehr von der Waffe trennen und erschlug den Boten mit Lethentywiriel. Doch noch vor dem Ende des Winters entwendete ein Dieb die Klinge und Ruthan sah sie niemals wieder, wenngleich er den Rest seines Lebens auf der Suche verwandte. Sein Herz war gebrochen, als er die Schatulle leer fand, in der Lethentywiriel geruht hatte und darum trägt sie auch heute den Namen Herzensbrecher.

Ruthan aber sucht noch heute als Geist nach seinem Schwert und es heisst, dass nicht ein Besitzer dieser Klinge je eines natürlichen Todes starb."
  • Gesammelt in "Almanach der Maren und Legenden", 112 v.Z.
Scilax, Lethentywiriel, Herzensbrecher, Albiel, Nachtkuss - die Namen sind vielfältig, aber sie beschreiben alle die gleiche Klinge und damit auch die gleiche Geschichte. Viel zu schade um damit in den Kampf hinauszuziehen, denn es gibt genügend andere gute Schwerter, deren Verlust man leichter verschmerzen könnte. Nicht, dass sie zerbrechen würde, aber immerhin kam sie auch als Beute in unseren Besitz. Es gibt eine Menge Geschichten über das gute Stück, angesichts des Alters ist das wohl nicht verwunderlich - ich frage mich nur, was Wahres daran ist, dass kein Besitzer je eines natürlichen Todes gestorben ist. Wie auch immer - unser Herr glaubt an dieses Märchen und das können wir zu unserem Vorteil nutzen."
  • Ein privates Tagebuch ohne Namensangabe, um 270 v.Z.
Die Schwierigkeit ein Schwert richtig zu schmieden, findet sich in der richtigen Bemessung zweier unvereinbarer Gegensätze. Zum einen soll ein Schwert so hart wie möglich sein, fest genug um nicht durch Abrieb zerfressen zu werden und an der Wehr des Feindes zu zerbröckeln, stark genug um nicht zu verbiegen - zum anderen soll ein Schwert geschmeidig und biegsam sein, nicht so spröde, dass es unter einem Hieb splittert.

Oft wird daher Stahl aus verschiedenen Bergen für eine Waffe verwendet um eine Mischung aus Festigkeit und Elastizität zu erreichen, zumindest bei jenen Schmieden, die es wert sind als Meister ihrer Zunft zu gelten. Alternativ können Teile des Metalls auch schon vorbearbeitet werden um sie weicher oder härter zu machen, ist die Arbeit jedoch erst einmal begonnen, dann gibt es kein Zurück.

Die miteinander verschweissten Metallstränge müssen wieder und wieder gefaltet werden um eine perfekte Mischung zu ergeben, was schliesslich und endlich dafür sorgt, dass auf der Oberfläche die charakteristischen Muster zum Vorschein kommen.
  • Compendium Chalybis, um 750 v.Z.
Am siebzehnten Tag der Jagd trafen wir die Verräter schliesslich nahe der Wienistfurten und stellten sie zum Kampf, obgleich der Großteil unseres Trupps noch verstreut andernorts nach den Fährten suchte, aber die Gelegenheit erschien uns zu günstig, um sie ungenutzt vorübergehen zu lassen.

Bald ein Wassermaß sprachen die Waffen und wir zahlten in Blut für unseren Mut, aber schliesslich fielen die Feinde einer nach dem anderen unter unseren Hieben: Zuerst Bjorn der Einäugige, dann Leonderich und alsdann sein Bruder Wallmar. Gebrin, vor dem wir die meiste Bange gehabt hatten, war schon in der ersten Minute gefallen - seine Klinge zerbrach beim ersten Schlag.

In unsere Hände fielen sowohl das geraubte Kettenhemd des Grafen, als auch die Juwelen, die vor einem Mond aus Methelon entwendet worden war. Von der Klinge Nachtkuss aber, die Gebrin jahrein jahraus getragen hatte, fehlte jede Spur, nur zu bald munkelten meine Männer jedoch, dass es ihr Fluch gewesen sei, der die Waffe des Banditen hatte zerspringen lassen.
  • Wachbericht, Hauptmann Anher Gondris, um 157 v.Z.

Wissenswertes

Zuletzt befand sich die Waffe in den Händen des Magiers Amalus Demares. Ihr jetziger Verbleib ist unbekannt.

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