ES
Vorbemerkung:
Der folgende Text ist als Vorschlag anzusehen und dient der reinen Hintergrundinformation bzw. der Vollständigkeit, was den vorangegangen Verweis unter „Lolth“ betrifft. Wobei natürlich nichts dagegen spricht etwas davon ins Spiel einzubauen, sofern dies möglich ist. Ich hoffe dabei keine Konflikte mit der bereits bestehenden Hintergrundstory ausgelöst zu haben. Sollte dies der Fall sein oder sollte es andere Gründe geben, die eine komplette Änderung erforderlich machen, möchte ich bitten, dass mir dies per Mail (morgoth78@gmx.de) mitgeteilt wird, damit ich ggf. selbst überarbeiten kann. Gegen kleinere Änderungen oder Verbesserungen, hab ich nix einzuwenden.
Wenn überhaupt, dann existieren nur sehr wenige Einträge in den Geschichtsbüchern über dieses mysteriöse Wesen. Besonders unter den Lichtvölkern ist es nahezu unbekannt. In einer der zahllosen Kriege von den Elfen gegen die Drow, wurde man das erste Mal darauf aufmerksam. Durch Zufall stießen sie im Unterreich auf eine kleine Sekte, die sich die „Gläubigen des Wahren“ nannten. Es wird berichtet dass nur wenig Gefahr von ihr ausging, da sich ein Teil in einer Art kollektiven Massenwahn selbst geopfert hatte und der andere Teil nicht mehr bei Verstand war. Die Elfen waren entsetzt über das Ausmaß der Grausamkeit, das selbst für die Drow undenkbar schien. Die Überlebenden der Sekte wurden verhört, doch kaum eine Information konnte aus den zerstörten Geistern zutage gefördert werden. Die meisten waren vollkommen teilnahmslos oder redeten ohne Zusammenhang. Einzig ein gestammelter Wortschwall von Lolth, als eine Art von Manifestation einer namenlosen Wesenheit, schien von Bedeutung zu sein.
Auf einem der Altäre wurde eine Art Bibel gefunden. Doch fast alle Seiten waren verbrannt oder mit Blut beschmiert. Lediglich ein Vers konnte mit Mühe übersetzt werden:
„Was da ruht im Meer der Nacht, glanzlos aus der Furcht gemacht. Ewig schläft, was Zeit nicht kennt, ewig wacht, den Tod entbrennt. Wortlos flüsternd, Geist durchtränkt.“
Vor vielen tausend Jahren stieß man ein zweites Mal auf die Spuren dieser unbekannten Gottheit. Es begab sich zu der Zeit, als ein dunkler Magier über das Land wütete. Sämtliche Einträge aus dieser Epoche sind bruchstückhaft und die meisten Namen gingen verloren. Es scheint gänzlich unmöglich die genaue Zeit einzuordnen. Nur wenig ist von dem bekannt, was vor der Erbauung von Britania und all den anderen Städten geschah. Daher scheint es undenkbar den dunklen Magier zu benennen, da es im Laufe von Jahrtausenden sicherlich einige gegeben hat. Das einzige was die Zeit überdauerte, ist ein Tagebucheintrag eines jungen Generals, der von der vermeintlichen Schlacht gegen den Zauberer berichtet:
„Unsere Armee bestand aus etwa Zweihundert Mann. Darunter Elfen, Zwerge und einige Magier. Letztere sollten dazu dienen Schutzzauber zu weben, um etwaigen Angriffen standzuhalten. Doch als wir seinen Turm umstellt hatten und ihn aufforderten sich zu ergeben, drang kein Laut daraus hervor. Die ganze Umgebung war völlig still. Kein Geräusch eines Vogels, kein rascheln im Geäst – Ein Wald, sonst grün und voller Leben, erschien mir wie eine leere Gruft, in der die Toten längst zu Staub zerfallen sind. Selbst die Luft war stickig, so dass meine Lunge Mühe hatte sie zu atmen. Als ich in die Gesichter meiner Untergebenen blickte, fand ich dort dasselbe, das mich auch umgab. Es war eine schleichende Furcht, die Ahnung einer Gefahr, die man nicht einzuordnen wusste.
Ich befahl den Rammbock herbei zu schaffen, um so das Tor zu brechen. Es gelang mühelos. Mit trockenem Knirschen gab das Holz nach und zersplitterte in viele Teile, so als sei es von Termiten befallen. Im Inneren war die Luft schwer und dass Gemäuer wirkte verfallen, fast wie eine Ruine. Teile der Mauer waren verrußt und die meisten Möbel lagen in einem Wirrwarr durcheinander. Nahezu alles lag zerstört in irgendeiner Ecke.“
Hier endet der erste noch lesbare Absatz. Den folgenden zwei Seiten, kann nur eine Ahnung von dem entnommen werden, was der dunkle Magier unter Nekromantie verstand. Im folgenden wird vom Fund des Dunklen berichtet:
„Wir erreichten die Bibliothek, die wohl mehrere tausend Bücher umfasste. Als ich eines davon aus dem Regal nahm, stellte ich fest, dass sämtliche Seiten herausgerissen wurden. Ich nahm ein anderes, dann das nächste, holte Buch um Buch hervor und sah nur zerfetzte Überreste von dem, was sich einst zwischen den Deckeln befand. Trotzdem hatte sich jemand die Mühe gemacht jedes einzelne wieder fein säuberlich zurück zu stellen.
Abgesehen von der Verschandlung der Bücher, hatte nur die Bibliothek der Zerstörungswut standgehalten. Im nächsten Raum trafen wir auf den Gesuchten Feind. Er lag auf Unmengen von Papier, das in schmale Streifen gerissen, einen Teil seiner klaffenden Wunden bedeckte. Sein Blut war längst getrocknet. Ich schätzte den Eintritt des Todes auf vier Tage. Manche meiner Soldaten wanden sich ab, teilweise überwältigt von dem üblen Leichengestank und dem Anblick der Verstümmelung, die der Magier sich selbst beigebracht hatte.
Ich weiß nicht was mich dazu trieb, im Nachhinein glaube ich an eine letzte Warnung des Zauberers, aber irgendetwas ließ meine Hand auf die kalte Stirn des Toten wandern und meinen Blick auf den augenlosen Kopf richten. Lichtblitze letzter Erinnerungen, Gedanken, Gefühle – All das schien meinen Geist zu durchströmen und ihn für einen Augenblick zu ertränken. Als ich wieder zur Besinnung kam, schenkten mir nur wenige Glauben. Ich sah Größenwahn, den Hunger nach Macht und Wissen aus dem unweigerlich der Wahnsinn folgt. Sein Leben war eine einzige Studie. Nur auf all die finsteren Gottheiten und Kreaturen ausgerichtet, die unsere Welt bevölkern mögen. Keine Kraft schien zerstörerisch genug für sein Werk, kein Zauber, keine Beschwörung vermochte seinen Sinn zufrieden zu stellen. Grund genug für ihn, sich dem zuzuwenden, dass jenseits der uns bekannten Gottheiten steht. Als hielte die Welt nicht genug Schrecken für uns bereit.
Er trat in Kontakt mit Lolth, der dunklen Mutter der Drow, gab vor ihr gefällig zu sein, um nach und nach das Wissen zu erlangen wonach er strebte. Doch kein Verstand kann das Wissen halten, das Sterbliche nicht zu fassen vermögen. Lolth selbst ist nur ein Abkömmling dessen, was jenseits unserer Welt im grenzenlosen Nichts schwebt und träumt. Er glaubte sie zu manipulieren, doch seine Fäden waren es, die durchtrennt wurden und eine geistlose, hohle Puppe zurückließen. Die Erkenntnis und der wahre Anblick ihres Ursprungs verzehrten seinen Geist.
Ich bin überzeugt dass Lolth wusste, welche Folgen das Wissen bringen würde, das sie ihm scheinbar bereitwillig gab. Manchmal wache ich des Nachts auf und höre ihr kreischendes Lachen, sehe ihre Giftquellenden Fänge. Es schmerzt und sitzt tief in meinem Schädel.“
In den Büchern ist vermerkt, dass ebendieser General einige Zeit nach diesem Geschehnis verschollen sei.
Mehr wurde nicht überliefert über dieses „Überwesen“, dass keinen Namen hat und deshalb schlicht als „Es“ bezeichnet wird. Obwohl manche Philosophen behaupten, dass es sich hierbei um einen noch unerforschten Teil unseres Bewusstseins handelt, den es zu ergründen gilt. Es existieren allerdings noch einige kleine Querverweise und dürftige Informationen aus einer Hand voll Manifesten verschiedenster Art, die aber einige Zweifel auf die Glaubhaftigkeit aufkommen lassen, da sämtliche Verfasser selbsternannte Propheten, unrühmliche Abenteurer oder der Trunksucht anheim gefallener Großsprecher sind.
