Yerabeth Jerean/Reagenzien
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Fakten
- Autor: Yerabeth Jerean
- Verfasst um: 776 nG
- Auflage: Ein Original, drei Abschriften
- Verbreitung: Das Original befindet sich im Besitz der Autorin, je ein Exemplar findet sich in den Bibliotheken des Arkan Instituts und des Sternenstaub-Kollegs.
Inhalt
Vorwort
In dieser Ausarbeitung finden sich, knapp und hoffentlich verständlich zusammengefaßt, Aussagen über die sogenannten "Reagenzien" - was sie sind, wofür sie benutzt werden, woher sie ihre Kraft beziehen. Ich gehe hier nicht noch einmal ausdrücklich auf die bekannten Reagenzien ein, dieses Wissen ist bereits mehrfach verständlich niedergeschrieben worden und bedarf meiner Ansicht nach keiner neuen Auflage.
Ich stütze mich zum größten Teil auf Wissen aus öffentlich verfügbaren Quellen.
Was Reagenzien sind
- Bogumil von Atlaskan, um 423 v.Z.
- Lemiandra Feren, "Vom Heiligen KAL LOR", neuzeitlich
Wenngleich es viele verschiedene Meinungen gibt woher die Reagenzien ihre Kraft eigentlich beziehen und was genau sie zu Reagenzien macht, so herrscht doch ein weitgehender Konsenz darüber, was eine Reagenzie von einer Nichtreagenzie unterscheidet - die Nutzbarkeit als echter Kraftspender.
Der von Anathena Jesliwa in ihrer "Enzyklopaedia Artis artificis" festgelegten Definition folgend, handelt es sich bei den Reagenzien um Verbrauchsfoki, das heisst: Sie liefern ihren Nutzen unabhängig von Glaube oder Erwartung des Nutzers und verbrauchen diese Fähigkeit im Zuge der Zauberformung. Reagenzien können demnach nur ein einziges Mal zum Nutzen des Magiers eingesetzt werden und müssen danach ausgetauscht wird.
Für gewöhnlich wird die magische Integrität einer Reagenzie während dieses Vorgangs derart angegriffen, dass die Muster zusammenbrechen, was die Auflösung auch auf der wirklichen Ebene nach sich zieht.
Es scheint jedoch nicht generell der Fall zu sein, dass die Verwendung einer Reagenzie auch die komplette Auflösung nach sich zieht, zumindest in Thronwig Gerbenmachers "Allerley zur Zauberey - Abhandlung zur Natura dero Magica" findet sich kurz die Anmerkung, dass ein Zauberer die Reste von Alraunen sammeln würde.
Woher Reagenzien ihre Kraft schöpfen
- Lemiandra Feren, "Vom Heiligen KAL LOR", neuzeitlich
- handschriftlicher Kommentar in einem Exemplar der Arcomagaarbeit Cecilias, neuzeitlich
- Liber Flammae" von Marhamo Andreis, zitiert in Merowin Telesas, "Schemen der Erkenntnis"
Einigkeit findet sich durch die Quellen hinweg eigentlich nur in der Aussage, dass Reagenzien zum Zaubern benutzt werden können, aber woher diese Kraft stammt, ist bestenfalls umstritten.
Ich persönlich favorisiere dabei die Sicht, die durch Lemurin Crich ausgedrückt wird: Jedes Ding dieser Welt kann als Reagenzie eingesetzt werden. Dabei kommt es wahrscheinlich sehr wohl zu deutlichen Unterschieden in Reinheit der freigesetzten Kraft und Reinheit der Prägung, aber grundsätzlich könnte jedes beliebige Kraut, jeder beliebige Stein als Kraftspender dienen.
Was der Nutzen der Reagenzien ist
- zitiert in "Fragmente der Magie", um 214 v.Z., Aytan Ibn Sharach
Grundsätzlich: Reagenzien erleichtern die Zauberei.
Sie sind ein Hilfsmittel und als solches ermöglichen sie dem Zauberer eine Macht zu handhaben, die das alleinige Potential übersteigt.
Darin liegt ohne jeden Zweifel sowohl Möglichkeit, als auch Gefahr:
Geht ein Zauberer mittels der Reagenzien über seine Grenzen hinaus, dann wird es ihm vielleicht unmöglich werden unerwünschte Seiteneffekte zu bändigen, die Verläßlichkeit in die angestrebte Wirkung obliegt nicht länger wirklich der Kontrolle, sondern könnte sich darob zufälliger Eigenheiten der verwendeten Reagenzien durchaus negativ niederschlagen.
Zugleich offerieren die Reagenzien dem Zauberer die Möglichkeit die eigenen Kräfte zu schonen, ein bequemes Hilfsmittel, das im Rahmen der eigenen Kraft gehalten hilft diese zu sparen.
Ein Magier, der die Umstände optimal zu seinem Vorteil nutzt, ist einem eigenbrödlerischen Kollegen möglicherweise überlegen, aber er könnte versucht sein sich zu sehr auf die Krücke des Hilfsmittels zu verlassen.
Wie Aytan Ibn Sharach schreibt: Ein Magier kann sich so sehr an die leichte Macht der Reagenzien gewöhnen, dass er ohne sie schliesslich keinen Funken mehr hervorzubringen weiss, er prägt in diesem Zusammenhang den spöttischen Begriff des "Krautmagiers".
An dieser Stelle sollte warnend darauf hingewiesen werden, dass ein Mehr an Reagenzien keineswegs auch ein Mehr an Gewinn bedeutet - ab einer bestimmten Menge kommt es zu immer störenderen Nebeneffekten, die in verschiedenen Quellen unterschiedlich interpretiert werden:
Mal findet sich die schlichte Aussage, dass die freigesetzte Energiemenge unbeherrschbar würde, dann wieder wird darauf hingewiesen, dass zuviele Reagenzien die Aura des Magiers soweit verfälschen, dass er die Fähigkeit zur Zauberstabilisierung verliert.
Wirklich sichere Aussagen habe ich dazu nicht finden können und meine eigenen Forschungen sind nicht weit genug fortgeschritten, um diesen Punkt zufriedenstellen zu klären.
Wie Reagenzien eingesetzt werden
- Zodiac, "Die Kunst der Magie in der Schattenwelt, neuzeitlich
- Uthgar Fern, "Leitfaden der Zauberkunst", 78 v.Z.
- Yanderin Roderick, aus einer Stundenmitschrift, neuzeitlich
Die Macht der Reagenzien muss in irgendeiner Art und Weise freigesetzt werden, darin zumindest sind die Quellen sich einig - nur dadurch, dass Alraunen in der Hand gehalten werden, kommt es noch nicht zu einer wie auch immer gearteten Wirkung. Wahrscheinlich gibt es verschiedene Zugangsmöglichkeiten zum Potential der Reagenzien, die abweichenden Meinungen legen einen solchen Schluss zumindest nahe.
Es bliebe zu erproben, ob sich bestimmte Wege als effektiver erweisen als andere.

