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Geschichte

Das erste Leben

Diese Geschichte beginnt vor vielen Tausenden von Millionen Jahren in der absoluten Dunkelheit, kurz nach der ersten großen Explosion.

Als die ersten Sterne gerade erst am Himmel erschienen und ihre ersten Lichtstrahlen durch das unendliche Universum verschickten. Lange bevor die Götter diesen kleinen kahlen Steinbrocken entdeckten, der einsam durch die weiten des Universums zog, wurden in der Dunkelheit des Nichts vier Brüder geboren, die von nun an auf diesem kahlen Brocken leben sollten.

Ihre Namen waren Osten, Norden, Westen und Süden.

Während sich die drei der Brüder mit ihrem Dasein abfanden und zufrieden in ihrer Welt lebten, sah Osten immer öfter in den Himmel zu den weit entfernten Lichtern am Himmel und in ihm wuchs das Verlangen, diese Lichter zu besuchen. Seine Brüder lachten über seine Ideen und verhöhnten ihn. Doch nachdem er hunderte von Jahren nur damit verbracht hatte in den Himmel zu starren, entschloß er sich eines Tages einfach dazu und brach auf.

Er wollte endlich wissen, was es mit diesen seltsamen Lichtern auf sich hatte. Er verabschiedete sich von seinen Brüdern und es tat ihm weh, als er bemerkte, daß sie nicht so traurig wie er über diesen Abschied waren. Doch obwohl ihm das Herz schwer war, brach er auf und besuchte in Tausenden von Jahren die vielen unterschiedlichen Lichter, die er so lange nur aus der Ferne gesehen hatte.

Was er sah, ließ sein Herz vor Freude rasen. Überall, wo diese Lichter standen, gab es ebenfalls solche Steinbrocken wie jenen, auf dem er und seine Brüder zuhause waren, doch auf ihnen geschahen wundersame Dinge.

Leben entsprang aus dem toten Boden und streckte seine Fühler den wärmenden Strahlen der Lichter entgegen.

Farben, die Osten niemals zuvor gesehen hatte, bedeckten diese Brocken und sein Herz wurde erfüllt mit einem Gefühl das er bis zu diesem Zeitpunkt nicht gekannt hatte. LIEBE!

Er kehrte heim und berichtete seinen Brüdern von den wunderschönen Dingen, die er gesehen hatte. Aber sie lachten ihn aus und meinten nur, daß sie so einen Blödsinn nicht glauben würden. Was er auch versuchte, sie wollten ihm weder glauben, noch wollten sie ihm folgen um sich selbst davon zu überzeugen das er Recht hatte.

So faßte Osten einen Plan und setzte einen Teil seiner Kraft dazu ein den kahlen Steinbrocken, auf dem er und seine Brüder lebten, in Bewegung zu versetzen. Dabei musste er sehr vorsichtig sein, denn seine drei Brüder beobachteten ihn misstrauisch. Immer wieder gelang es ihm, sie an der Nase herum zu führen und keiner von ihnen bemerkte, daß sich ihre Heimat langsam einem der Lichter näherte.

Es dauerte Millionen von Jahren, aber dann war es endlich soweit und eines Tages stand Osten auf einem kleinem Hügel in der Nähe seines Hauses und sah zum Horizont. Ganz langsam, als gäbe es keine Zeit, ging dort das allererste mal die Sonne auf und ein erst rötliches, dann aber immer heller werdendes Licht erstrahlte über die Welt der vier Brüder.

Ostens Brüder schrien vor Wut laut auf und traten ihrem Bruder mit Hass im Blick entgegen. Sie warfen ihm vor, das er sie verraten hätte und verantwortlich dafür wäre, das ihre Welt nun zerstört werden würde. Doch Osten lächelte und zeigte auf eine kahle Stelle am Boden, wo gerade ein junger Grashalm dabei war seine ersten Versuche zu unternehmen sich dem Licht entgegenzustrecken. Westen ging auf die Stelle zu und mit Verachtung in seiner Stimme schrie er Osten zu, daß es genau dies wäre, was niemals hätte passieren sollen. Dann zertrampelte er den ersten Anflug neuen Lebens auf seiner Welt!

Osten fühlte den Schmerz des Grashalmes in seinem Herzen und außer sich vor Wut stürzte er sich auf seinen Bruder um dem Grashalm das Leben zu retten. Doch seine beiden Brüder Norden und Süden hielten ihn zurück und sahen lachend dabei zu, wie Westen den Grashalm tötete.

Mit all seiner Kraft zerrte sich Osten los und schlug auf seine Brüder ein. Der Kampf dauerte Jahrhunderte und in seinem Verlauf veränderte sich der kahle Steinbrocken immer mehr. Die Brüder bewarfen sich mit ganzen Bergen und Staub verdeckte für Tausende von Jahren den Himmel und lies keinen Lichtstrahl durchdringen. Vulkane überzogen das Land und spien ihre Glut kilometerweit in den Himmel. Die drei Brüder, die sich so sehr für die Dunkelheit eingesetzt hatten, ließen Osten geschlagen zurück und belächelten ihr Werk. So war es noch viel besser. Überall herrschte das Chaos und die Dunkelheit. Selbst die glühende Lava, die an vielen Stellen aus der Erde hervor schoß, vermochte die dichte Staubschicht, die überall anzutreffen war, nicht zu durchdringen!

Osten, zog sich zurück über die Staubschichten und sah auf seine Welt hinab. Sein Herz wurde erfüllt mit tiefer Trauer und das erste mal seit dem er lebte, weinte Osten. Seine Tränen fielen hinab in die dichten Staubschichten und vermischten sich mit ihnen und als Osten bereits den Entschluß gefaßt hatte, seine Welt für immer zu verlassen, da geschah etwas seltsames.

Es fing an zu Regnen.

Fassungslos sah Osten auf die riesigen schwarzen Wolken hinab.

Tränen...

Seine Tränen hatten in den Wolken etwas ausgelöst und ohne das er es eigentlich gewollt hatte, gewann er durch diese Tränen letztendlich dann doch. Die Staubschichten, die so lange seine Welt bedeckt hatten und kein Licht hindurch ließen, verschwanden nach und nach und riesige Meere entstanden.

Schneller als Westen und seine Brüder die frischen Keime der vielen Pflanzen zertreten konnten, wuchsen neue nach und innerhalb weniger Jahrhunderte war der ehemalige kahle graue Steinbrocken eine von Leben erfüllte grün-blaue Welt!


Die weitere Geschichte findet sich im Geschichtsportal der SWpedia

 
 
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